Carsten Linnemann wird neuer Bundesgesundheitsminister. Der CDU-Generalsekretär hat nach Medienberichten das Angebot von Bundeskanzler Friedrich Merz angenommen, das Gesundheitsministerium zu übernehmen. Er soll Nina Warken ablösen, die ins Kanzleramt wechselt. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus.
Erstes Angebot abgelehnt
Bereits im vergangenen Jahr war Linnemann ein Ministerposten angeboten worden – damals lehnte er ab. „Wir haben in den letzten drei Jahren hart daran gearbeitet, unsere CDU wieder aufzubauen. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Ich will ihn fortsetzen“, sagte der 48-Jährige knapp zwei Monate nach der Bundestagswahl. Statt ins Kabinett zu wechseln, blieb er in der Parteizentrale.
Schwieriger Stand als Generalsekretär
Dort hatte Linnemann in den ersten 15 Monaten der schwarz-roten Koalition einen schweren Stand. Im Schatten von Parteichef und Kanzler Friedrich Merz konnte er sich nicht richtig entfalten. Die sinkenden Umfragewerte der Union werden der Bundesregierung zugeschrieben, bleiben aber auch an ihm als Parteimanager hängen. Die AfD hat die Union inzwischen in bundesweiten Umfragen weit abgehängt. Wäre Linnemann Generalsekretär geblieben, hätte er bei krachenden Niederlagen der CDU bei den Landtagswahlen im September um seinen Posten bangen müssen.
Bodenständiger Ostwestfale
„Einfach mal machen“ – das ist die Devise des gebürtigen Paderborners. Linnemann ist Vizepräsident des SC Paderborn, der gerade in die erste Fußball-Bundesliga aufgestiegen ist. Der aus einer Buchhändlerfamilie stammende Ostwestfale hat ein lockeres Mundwerk und gilt als bodenständig. Offizielle Empfänge und Feste sind nichts für ihn; lieber hochgekrempelte Ärmel statt Smoking, lieber Skat in der Stammkneipe statt Bundespresseball. In seinem Büro im Konrad-Adenauer-Haus steht ein Tischfußballspiel.
Wirtschaftsexperte mit klaren Worten zur Gesundheitspolitik
Linnemann hat Betriebswirtschaftslehre studiert und gehört seit 17 Jahren dem Bundestag an. Er war Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, bevor ihn Merz im Juli 2023 zum Generalsekretär machte. Als solcher hat er sich bereits mit kernigen Aussagen zur Gesundheitspolitik hervorgetan. So forderte er eine drastische Reduzierung der 90 gesetzlichen Krankenkassen: „Riesen Verwaltungsvolumen, da müssen wir ran. Ich finde, zehn Krankenkassen in Deutschland reichen.“ Ob er diese Forderung als Gesundheitsminister weiterverfolgen wird, bleibt abzuwarten.



