Der Tod von Daniel Siad, einem Helfer des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, hat Entsetzen unter seinen mutmaßlichen Opfern ausgelöst. Der Franzose starb in Frankreich, während gegen ihn Vorermittlungen liefen. Eine Vernehmung hatte noch nicht stattgefunden. Um die Umstände seines Todes ranken sich Spekulationen.
Vorermittlungen ohne Vernehmung
Daniel Siad, der als „Modelscout“ bekannt war, stand im Verdacht, für Epstein junge Frauen rekrutiert zu haben. Die französischen Behörden hatten Vorermittlungen eingeleitet, jedoch war Siad noch nicht offiziell vernommen worden. Sein Tod kommt für viele überraschend und wirft Fragen auf.
„Er war die letzte Möglichkeit, Licht in diese Machenschaften zu bringen“, zitierte der SPIEGEL eine mit dem Fall vertraute Person. Die mutmaßlichen Opfer zeigen sich bestürzt: „Es war ein Schock“, sagte eine Betroffene. Die Hoffnung, dass Siad als Zeuge zur Aufklärung beitragen könnte, sei nun zunichte.
Spekulationen um die Todesumstände
Die genauen Umstände von Siads Tod sind noch unklar. In sozialen Medien und unter Beobachtern des Falls kursieren Verschwörungstheorien, dass Siad möglicherweise zum Schweigen gebracht wurde. Offizielle Stellen haben bislang keine Details zu Todesursache oder -ort genannt.
Epstein war 2019 in New York in Untersuchungshaft gestorben, offiziell durch Suizid. Auch damals gab es Zweifel an der offiziellen Darstellung. Der Tod Siads nährt nun erneute Spekulationen über ein Netzwerk von Mittätern, die möglicherweise etwas zu verbergen haben.
Bedeutung für die Aufklärung
Daniel Siad galt als wichtige Figur im Umfeld Epsteins. Er soll zahlreiche Minderjährige an den Milliardär vermittelt haben. Die Vorermittlungen in Frankreich zielten darauf ab, seine Rolle in dem Missbrauchsnetzwerk zu klären. Mit seinem Tod verlieren die Ermittler einen potenziell zentralen Zeugen.
Rechtsanwälte der Opfer zeigten sich enttäuscht. „Jeder, der etwas wusste, scheint zu sterben, bevor er aussagen kann“, sagte ein Anwalt. Die Aufklärung des Falles werde dadurch erheblich erschwert.
Reaktionen aus Politik und Justiz
Die französische Justiz kündigte an, die Todesumstände zu untersuchen. „Wir werden alle notwendigen Schritte einleiten, um Klarheit zu schaffen“, hieß es aus dem Justizministerium. Auch in Deutschland, wo Siad zeitweise lebte, wurde der Fall aufmerksam verfolgt.
Die mutmaßlichen Opfer fordern weiterhin umfassende Ermittlungen. „Wir lassen nicht locker, bis die Wahrheit ans Licht kommt“, sagte eine Sprecherin der Betroffenen. Der Tod Siads dürfe nicht das Ende der Ermittlungen bedeuten.



