Atomdeal mit Saudis: Sauer warnt vor nuklearem Wettrüsten
Atomdeal mit Saudis: Sauer warnt vor Eskalation

US-Präsident Donald Trump hat einem Atom-Deal mit Saudi-Arabien zugestimmt, der US-Firmen den Bau von Atomanlagen im Königreich erlaubt. Sicherheitsexperte Frank Sauer von der Universität der Bundeswehr in München sieht darin ein gefährliches Signal: „Das Abkommen ist ein schlechtes politisches Signal mit Blick auf das Ziel, Atomwaffen in der Welt nicht noch weiter zu verbreiten“, sagte er im Gespräch mit ntv.de.

Trump-Deal: Ankündigung ohne Substanz?

Sauer relativiert zunächst: „Solche nuklearen Kooperationsabkommen, von denen die USA inzwischen 26 haben, waren in der Vergangenheit langwierige Prozesse. Aus Erfahrung mit der Trump-Administration wissen wir jedoch: Genau so etwas passiert dort nie.“ Er verweist auf frühere Ankündigungen wie den Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern oder die Produktion von Patriot-Munition in der Ukraine, bei denen konkrete Details und Zeitpläne fehlten. „Trump verkündet gern. Warten wir mal ab, was die tatsächliche Umsetzung angeht.“

Gefahr für die Region: Israel und Iran reagieren

Mittelfristig birgt das saudische Urananreicherungsprogramm erhebliches Konfliktpotenzial. „Israel wird das mit größter Skepsis betrachten“, so Sauer. „Iran dürfte seit der Bombardierung 2025 ohnehin den Sprint zur Bombe versuchen.“ Auch die Vereinigten Arabischen Emirate, die ein strikteres Abkommen mit Washington unterzeichnet haben, dürften sich fragen, warum sie anders behandelt werden. „Die USA unter Trump erweisen sich als unzuverlässiger Partner.“

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Sauer verweist auf die Begin-Doktrin, wonach Israel niemals zulässt, dass ein Konfrontationsstaat Kernwaffen entwickelt. „Wenn Israel sich bedroht sieht, muss es nur die Zielkoordinaten eingeben“, sagt er. „Im Zweifelsfall zerbomben sie über Nacht die Baustelle, trotz Protests aus Washington.“

Trumps Nachbesserung: Annäherung an Israel gefordert

Trump forderte anschließend auf seiner Social-Media-Plattform, dass Riad Israel als Staat anerkennen müsse, ähnlich wie Bahrain und die Emirate in den Abraham-Abkommen. Sauer kommentiert: „Diese Volte bestätigt nur, dass man Trump auf den Leim geht, wenn man jeder seiner Ankündigungen hinterherhechelt. Immer erst die Details abwarten.“

Iran: Sprint zur Bombe

Die Chancen auf eine Einigung mit dem Iran über sein hochangereichertes Uran schwinden. „Der Anreiz für Teheran, sich auf Abkommen einzulassen, ist auf Null gesunken“, so Sauer. „Jetzt wollen die Iraner die Bombe, und zwar so schnell wie möglich.“ Laut israelischem Geheimdienst wurden Zentrifugen in die tief verbunkerte Anlage unter Pickaxe Mountain verbracht. „In den Augen des iranischen Regimes führt an einer Atombombe als Lebensversicherung kein Weg mehr vorbei.“

Historischer Vergleich: JCPOA-Verhandlungen dauerten Jahre

Im Vergleich zu den aktuellen Schnellschüssen erinnert Sauer an das JCPOA: „Das Abkommen wurde fast zehn Jahre lang verhandelt. Damals waren in Washington noch Profis am Werk.“ Die Trump-Administration sei das Gegenteil von dem, was man für Verhandlungen mit dem Iran brauche. „Mit dem beiderseitigen Bruch des Waffenstillstands fehlt die Minimalvoraussetzung für Verhandlungen.“

Saudi-Arabien: Reaktion auf Iran und Konkurrenz mit China und Russland

Dass Saudi-Arabien auf den Deal einging, ist aus Sauers Sicht fast erstaunlich: „Nach den Erfahrungen der letzten Monate ist es fast erstaunlich, dass sich die Saudis noch auf ein Abkommen mit Trump eingelassen haben. Eine Rolle spielte sicherlich, dass man China und Russland zuvorkommen wollte, die ebenfalls Atomtechnologie angeboten hatten.“

Abschließend warnt Sauer: „Trumps Deal ist für die Region kein sonderlich kluger Schachzug. Die USA erweisen sich als unzuverlässiger Partner, und die Lage wird sich verschlechtern – typisch Trump.“

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