Seit April 2026 haben starke Raucher und Ex-Raucher in Deutschland Anspruch auf ein Lungenkrebs-Screening, das von den Krankenkassen bezahlt wird. Ziel ist es, die Zahl der Krebstoten zu senken – jährlich sterben rund 45.000 Menschen an Lungenkrebs. Unser Autor, selbst Ex-Raucher, hat die Untersuchung durchlaufen und schildert seine Erfahrungen.
Der Ablauf der Untersuchung
Mit nach oben gestreckten Armen liegt der Autor auf der Pritsche, die leise surrend in die Röhre rollt. Eine medizinische Assistentin gibt Anweisungen: „Jetzt tief einatmen und die Luft anhalten.“ Die Pritsche fährt vor und zurück. Dreimal wiederholt sich der Vorgang, bis der Brustkorb in Schichten „fotografiert“ ist. Nach wenigen Minuten ist das Screening beendet – doch die Anspannung bleibt: „Ich habe schwitzige Hände. In wenigen Minuten werde ich erfahren, ob ich einen Tumor habe.“
Wer hat Anspruch auf das Screening?
Das Lungenkrebs-Screening richtet sich an starke Raucher und Ex-Raucher. Die genauen Kriterien legt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) fest. In der Regel sind Personen zwischen 50 und 75 Jahren eingeschlossen, die mindestens 25 Packungsjahre Raucherfahrung haben oder vor weniger als zehn Jahren mit dem Rauchen aufgehört haben. Die Untersuchung erfolgt mittels einer Niedrigdosis-Computertomographie (CT), die Strahlenbelastung ist gering.
Früherkennung kann Leben retten
Lungenkrebs wird oft erst spät entdeckt, wenn die Heilungschancen gering sind. Das Screening soll Tumore in einem frühen Stadium erkennen. „Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten“, betont eine Sprecherin der Deutschen Krebshilfe. Studien zufolge kann die Sterblichkeit durch regelmäßige Screenings um bis zu 20 Prozent gesenkt werden. Etwa 45.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an Lungenkrebs – das Screening könnte Tausende Leben retten.
Die psychische Belastung
Der Autor beschreibt die Wartezeit auf das Ergebnis als extrem belastend. „Die Minuten nach der Untersuchung ziehen sich wie Kaugummi. Man macht sich Vorwürfe: Hätte ich doch früher aufgehört zu rauchen.“ Die Angst vor einer positiven Diagnose ist allgegenwärtig. Viele Betroffene zögern das Screening aus Furcht vor dem Ergebnis hinaus – ein Fehler, wie Mediziner betonen. „Die Untersuchung ist unangenehm, aber die mögliche Konsequenz einer späten Diagnose ist weit schlimmer“, so ein Lungenfacharzt.
So kommen Betroffene an einen Termin
Interessierte können ihren Hausarzt oder direkt einen Radiologen aufsuchen. Voraussetzung ist eine Überweisung, die den Risikostatus bestätigt. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten – in der Regel zweimal im Abstand von zwei Jahren. Allerdings sind die Kapazitäten begrenzt: „Die Nachfrage ist riesig, aber es gibt zu wenige Geräte“, klagt ein Radiologe aus Düsseldorf. Wartezeiten von mehreren Monaten sind keine Seltenheit. Der Autor empfiehlt, frühzeitig einen Termin zu vereinbaren.
Letztlich endet die Geschichte für den Autor glimpflich: Der Befund ist negativ. „Die Erleichterung ist unbeschreiblich. Ich werde das Screening auf jeden Fall wiederholen – und hoffe, dass es auch anderen hilft, die Angst zu überwinden.“



