Masseter-Botox gegen Zähneknirschen: Autorin testet teure Behandlung
Masseter-Botox gegen Zähneknirschen: Autorin testet

Funke Mediengruppe Zahnschiene half nicht: Masseter-Botox gegen Zähneknirschen

Viele Menschen leiden unter Zähneknirschen, auch unsere Autorin. Wie es ihr nach ihrer Botox-Behandlung ergangen ist, lesen Sie hier.

Von Aino Akay, Volontärin

20.06.2026, 14:00 Uhr

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Bei Botox denkt man im ersten Moment an Falten. Dabei ist der Wirkstoff, Botulinumtoxin, längst kein reines Schönheitsmittel mehr – er wird unter anderem gegen Migräne, übermäßiges Schwitzen und Zähneknirschen eingesetzt. Etwa 20 Prozent der Erwachsenen in Deutschland knirschen mit den Zähnen, medizinisch Bruxismus genannt. Die Folgen sind unangenehm: abgenutzte Zähne, Kieferschmerzen, Kopfschmerzen, verspannte Nackenmuskulatur. Wer knirscht, presst die Zähne oft unbewusst zusammen – nachts, aber auch tagsüber, etwa beim Konzentrieren oder bei Stress.

Die klassische Therapie ist die Zahnschiene – doch Botox, direkt in den Masseter, den Kaumuskel, injiziert, wird zunehmend als Alternative diskutiert. Die Behandlung ist nicht günstig, soll aber Menschen wie mir helfen. Denn auch ich hatte eine Schiene. Gebracht hat sie mir wenig, denn ich knirsche meistens tagsüber. Die Muskulatur blieb angespannt, was manchmal auch zu Kopfschmerzen und Steifheit im Kiefer geführt hat. Nach langem Überlegen habe ich mich entschieden, einen Selbstversuch zu machen. Und wurde überrascht.

Die Behandlung: Masseter-Botox im Test

Die Berliner Dermatologin Dr. Magdalena Erdmann-Keding spritzte mir Botulinumtoxin in den Kaumuskel. Die Prozedur dauerte nur wenige Minuten und war kaum schmerzhaft. Bereits nach einigen Tagen spürte ich eine deutliche Entspannung im Kiefer. Das nächtliche Knirschen ließ nach, und auch tagsüber presste ich die Zähne nicht mehr so stark zusammen. Die Kopfschmerzen blieben aus, und mein Nacken fühlte sich weniger verspannt an.

Allerdings ist die Wirkung nicht von Dauer. Nach etwa drei bis vier Monaten lässt die Muskelentspannung nach, und die Behandlung muss wiederholt werden. Die Kosten liegen pro Sitzung zwischen 300 und 600 Euro, je nach Praxis und Aufwand. Ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt, ist fraglich – in der Regel wird Botox gegen Bruxismus als Privatleistung abgerechnet.

Fazit: Eine wirksame Alternative zur Zahnschiene

Für mich war der Selbstversuch ein voller Erfolg. Die Behandlung hat meine Lebensqualität deutlich verbessert. Wer unter Zähneknirschen leidet und mit der Zahnschiene nicht zufrieden ist, sollte Masseter-Botox in Betracht ziehen. Allerdings sollte man sich vorab gut informieren und die Behandlung nur von erfahrenen Ärzten durchführen lassen.

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