Was ist Theranostik?
Die Theranostik kombiniert Diagnose und Therapie: Ärzte spüren Krebszellen im Körper auf und bestrahlen sie anschließend gezielt. Diese Methode wird vor allem bei Patienten mit Prostata- und Schilddrüsenkrebs eingesetzt. In Essen laufen bereits mehrere Studien für weitere Tumorarten.
Wie läuft die Behandlung ab?
Zunächst wird ein radioaktiver Marker injiziert, der an Krebszellen bindet und sie im PET-Scan sichtbar macht. Danach folgt die Therapie mit einem therapeutischen Radioisotop, das die Tumorzellen von innen zerstört. Die Strahlung wirkt lokal und schont gesundes Gewebe.
Für wen ist die Theranostik geeignet?
Bislang profitieren vor allem Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs oder Schilddrüsenkrebs, bei denen andere Therapien versagen. In Essen werden Studien für Lungen-, Brust- und Bauchspeicheldrüsenkrebs durchgeführt. Die Behandlung ist nicht für alle Patienten geeignet – Voraussetzung ist, dass der Tumor bestimmte Rezeptoren aufweist.
Chancen und Risiken
Die Theranostik ermöglicht eine personalisierte Krebstherapie mit weniger Nebenwirkungen als herkömmliche Bestrahlung. Allerdings ist die Methode teuer und erfordert spezielle nuklearmedizinische Einrichtungen. Zudem kann es zu einer Überlastung der Nieren kommen, da die radioaktiven Substanzen über sie ausgeschieden werden.



