Mehr als 15.500 Menschen haben eine Petition gegen die geplante Schließung der Geburtenstation am St. Josefs-Krankenhaus in Potsdam unterschrieben. Die Station soll im Zuge der Krankenhausreform zum 1. August schließen, wie Anfang der Woche bekannt wurde. Seit der Eröffnung im April 1997 kamen dort nach Angaben des Krankenhauses mehr als 10.000 Kinder zur Welt.
Petition gegen Schließung gestartet
Die Initiatorin der Petition, Tita Rrahimi, schrieb: „Die geplante Schließung wäre ein schwerer Verlust für die werdenden Mütter und ihre Familien in Potsdam und Umgebung.“ Viele Unterstützer teilen diese Ansicht. Eine Frau kommentierte: „Die Geburtsstation des St. Josefs Krankenhauses darf auf keinen Fall geschlossen werden! Es geht hier nicht einfach um eine Abteilung – es geht um einen Ort, an dem neues Leben beginnt. Einen Ort voller Wärme, Geborgenheit, Menschlichkeit und Fürsorge.“
Betroffene Eltern berichten
Eine Mutter, die 2025 im St. Josefs entbunden hatte, schilderte: „Dass diese tolle Geburtsklinik geschlossen werden soll, erschüttert mich. Habe dort 2025 entbunden – lange Geburt, einige Komplikationen bis zum Geburtsstillstand – die meisten anderen Kliniken hätten wahrscheinlich zum Kaiserschnitt gedrängt. Aber die Hebammen und Ärztinnen im St. Josef haben alles probiert, sich Zeit genommen und wollten wirklich das Beste für mich und mein Kind – mit Erfolg.“ Ein Vater ergänzte: „Es wäre ein ganz trauriges Signal, sollte die Geburtenstation geschlossen werden. Wir durften hier eine wunderbare Betreuung erleben.“
Emotionale Reaktionen in sozialen Medien
Auch auf Instagram äußerten sich betroffene Frauen. Eine Userin schrieb: „Ich habe zwei wundervolle Geburten im St. Josefs gehabt. Eine davon sogar ambulant. Ich habe mich immer bestens betreut und sicher gefühlt. Nach der Geburt stand im Fokus, dass es nicht nur dem Baby, sondern auch mir gut ging. Ein großer Verlust für Potsdam, wenn die Station tatsächlich geschlossen wird.“ Eine Mutter, die im Vorjahr ihren Sohn dort zur Welt brachte, kommentierte: „Ich bin diesem Team so dankbar und unglaublich traurig, dass die Abteilung und die Geburtshilfe geschlossen werden sollen. Ich hoffe, hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen!“ Eine weitere Mutter schrieb: „Ich habe auch zwei von drei Kindern dort zur Welt gebracht, es war so familiär und gemütlich.“
Babyklappe ebenfalls betroffen
Mit der geplanten Schließung der Geburtsstation geht auch das Aus der brandenburgweit einzigen Babyklappe einher, was ebenfalls für Unverständnis sorgt. Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) wünscht sich, dass am kommunalen Bergmann-Klinikum eine Babyklappe eingerichtet wird.
Hintergrund der Krankenhausreform
Am Montag wurde bekannt, dass die beiden großen Krankenhäuser in Potsdam ab August ihre Leistungen als Folge der Krankenhausreform einschränken. Das Bergmann-Klinikum wird die Bereiche Orthopädie und Gefäßchirurgie künftig nicht mehr vorhalten. Das Alexianer St. Josefs-Krankenhaus kündigte an, sich zum 1. August aus den Bereichen Neurologie sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe zurückzuziehen. Frauen, die in den kommenden Monaten ein Kind im St. Josefs zur Welt bringen wollten, müssen sich nun einen anderen Ort für die Geburt suchen.



