Die SPD in Schleswig-Holstein wirft der Landesregierung vor, die Krankenhausversorgung im Norden systematisch auszudünnen. Der SPD-Landesvorsitzende Ulf Kämpfer, der als Spitzenkandidat bei der Landtagswahl im April 2027 antritt, kritisierte, dass in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt das Krankenhausnetz reduziert worden sei. Laut einer Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der SPD gibt es heute fünf Plankrankenhäuser und hunderte vollstationäre Betten weniger als zuvor. Besonders betroffen seien die Chirurgie, die Gynäkologie und Geburtshilfe sowie die Innere Medizin. „Das ist ein Rückzug aus der Fläche“, sagte Kämpfer.
Längere Wege für Patienten auf dem Land
Für Schleswig-Holstein als Flächenland habe diese Entwicklung schwerwiegende Folgen, so Kämpfer. „Längere Wege, weniger wohnortnahe Angebote und wachsende Unsicherheit treffen vor allem ältere Menschen, Familien sowie Patientinnen und Patienten in ländlichen Regionen.“ Besonders kritisch sieht der SPD-Politiker, dass die Landesregierung die Verantwortung immer wieder auf wirtschaftliche Entscheidungen der Träger oder auf Personalmangel abwälze. „Das ist eine Frage der politischen Prioritätensetzung“, betonte er.
Bettenabbau in der Gynäkologie und Chirurgie
Die Zahlen der Landesregierung belegen einen deutlichen Rückgang in bestimmten Fachbereichen. Von 2017 bis 2026 sank die Zahl der Betten in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe um 15,2 Prozent, in der Chirurgie um 12,3 Prozent. Zuwächse gab es dagegen in der Neurologie mit plus 7,2 Prozent. Insgesamt ging die Zahl der Planbetten in Schleswig-Holstein um gut 4,5 Prozent auf 11.900 zurück. Die SPD befürchtet, dass dieser Trend die medizinische Grundversorgung im Norden gefährdet.



