Späte ADHS-Diagnose: Wie eine Mutter endlich ihre Überforderung verstand
Späte ADHS-Diagnose: Mutter versteht ihre Überforderung

Späte ADHS-Diagnose bei Mutter: „Meine Symptome eskalierten nach der Schwangerschaft“

Dresden. Jahrelang fühlte sich Elisabeth L. im Alltag überfordert. Erst mit der späten ADHS-Diagnose eröffnete sich für sie ein neuer Weg. Wie kam es dazu?

Mit 37 Jahren erhält Elisabeth L. die Diagnose ADHS und spricht von Anfang an offen mit ihren Kindern darüber. Die Dresdnerin lebte 37 Jahre lang mit ADHS, ohne es zu wissen. Erst nachdem sie Kinder bekam, kam die offizielle Diagnose. Sie spricht offen darüber, wie sich ihr Leben dadurch geändert hat.

Eigentlich wollte Elisabeth L. nie Kinder haben. Eine Aussage, die ihr nicht leichtfällt. „Ich liebe meine Jungs über alles, die sind herrlich“, sagt die Dresdnerin über ihre zwei Söhne, mittlerweile acht und elf Jahre alt. Aber es habe sie immer schon viel Kraft gekostet, überhaupt in der Gesellschaft zu existieren, soziale Strukturen zu verstehen. Die Vorstellung, neben Alltag, Haushalt und Arbeit auch noch ein Kind zu erziehen? „Ich werde dem nie gerecht werden“, waren lange ihre Gedanken.

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Elisabeth entschied sich trotzdem für Kinder – und kam als Mutter an ihre Grenzen. Was hinter diesem Gefühl der Überforderung steckte, erfuhr sie erst 2024. Mit 37 Jahren erhält sie die Diagnose ADHS. Warum die Mutterschaft die Symptome verstärken kann und wie Elisabeth es trotzdem geschafft hat, das Familienleben zu genießen.

Die Symptome eskalierten nach der Schwangerschaft

Elisabeth berichtet, dass ihre ADHS-Symptome nach der Geburt ihres ersten Kindes deutlich zunahmen. Die ständige Überforderung, Reizbarkeit und Konzentrationsprobleme wurden immer schlimmer. Sie fühlte sich oft wie eine „schlechte Mutter“, obwohl sie alles für ihre Kinder gab. Erst die Diagnose brachte Erleichterung: „Endlich wusste ich, dass es nicht an mir lag, sondern an einer Erkrankung.“

Heute ist Elisabeth dankbar für die späte Diagnose. Sie hat gelernt, mit ihrer ADHS umzugehen und Strategien zu entwickeln, die ihr den Alltag erleichtern. Dazu gehören feste Routinen, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf Perfektionismus. Auch ihre Kinder sind eingeweiht: „Sie wissen, dass Mama manchmal etwas chaotisch ist, aber das ist okay.“

Elisabeths Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, auch bei Erwachsenen an ADHS zu denken – besonders bei Müttern, die unter chronischer Überforderung leiden. Eine frühzeitige Diagnose kann nicht nur das Leben der Betroffenen verbessern, sondern auch das ihrer Familien.

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