Seit einem Jahr ankert die schwimmende Tagesklinik „Aquamarin“ im Hafen von Ketzin bei Potsdam und bietet psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen eine ungewöhnliche Therapieumgebung. Das Konzept, das auf einem umgebauten Binnenschiff realisiert wurde, soll die Wartezeiten auf einen Therapieplatz verkürzen – und das gelingt nach Angaben der Klinikleitung.
Ein Jahr Aquamarin: Was hat sich bewährt?
Vier junge Patienten sitzen an einem Tisch und planen das Frühstück: dunkle und helle Brötchen, Pflaumenmus, Eier. „Können wir Himbeeren kaufen?“, fragt ein Junge, in eine Decke gekuschelt. Diese Szene wirkt familiär, ist aber Teil der ambulanten Therapie auf der Aquamarin, einer Tagesklinik des Potsdamer Bergmann-Klinikums. Seit einem Jahr werden hier Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen behandelt. Die Idee: Durch die besondere Atmosphäre auf dem Wasser sollen die Patienten leichter Zugang zur Therapie finden.
Kontaktaufnahme auf dem Wasser erleichtert
„Die Kontaktaufnahme mit einem autistischen Kind auf einem Kajak ist gut möglich“, erläutert ein Therapeut. Die ruhige Umgebung und die begrenzte, überschaubare Umgebung des Schiffs förderten die Interaktion. Nach einem Jahr zeigt sich: Die Wartelisten konnten tatsächlich verkürzt werden. Die Klinik berichtet von einer hohen Auslastung und positiven Rückmeldungen der Familien.
Zahlen und Fakten zur schwimmenden Tagesklinik
Die Aquamarin bietet Platz für bis zu zwölf Patienten pro Tag. In den ersten zwölf Monaten wurden über 200 Kinder und Jugendliche behandelt. Die durchschnittliche Verweildauer beträgt acht Wochen. Das Konzept hat sich laut Klinikleitung bewährt: Die Rückfallquote sei niedrig, und die Patienten zeigten deutliche Fortschritte in der sozialen Interaktion und im Umgang mit ihrer Erkrankung.
Ausblick: Zukunft der schwimmenden Therapie
Der Erfolg der Aquamarin hat bereits Interesse bei anderen Kliniken geweckt. Das Bergmann-Klinikum plant, das Konzept auszuweiten und weitere schwimmende Tageskliniken zu etablieren. Die Finanzierung erfolgt über die Krankenkassen, die die Behandlung als reguläre ambulante Therapie anerkennen. „Wir sind überzeugt, dass dieses Modell Schule machen wird“, so ein Sprecher des Klinikums.



