Tod eines Jugendlichen in der Krummen Lanke: Debatte um Wasserretter an Berliner Seen
Tod eines Jugendlichen in der Krummen Lanke: Debatte um Wasserretter

Am Donnerstagmittag ist ein 17-jähriger Jugendlicher beim Baden in der Krummen Lanke im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf ums Leben gekommen. Der Vorfall hat eine Debatte über die Sicherheit an den beliebten Badeseen der Hauptstadt ausgelöst. Insbesondere stellt sich die Frage, warum an der Krummen Lanke und am Schlachtensee keine Wasserretter stationiert sind.

Die Umstände des Unglücks

Der Jugendliche war mit 15 Mitschülern an den See gekommen. Zeugen zogen ihn aus dem Wasser, und Rettungskräfte versuchten vergeblich, den 17-Jährigen zu reanimieren. Ob vor Ort stationierte Rettungsschwimmer den Tod hätten verhindern können, bleibt laut Behörden reine Spekulation.

Die Krumme Lanke und der benachbarte Schlachtensee sind bei Berlinern und Touristen gleichermaßen beliebt. An heißen Sommertagen drängen sich Hunderte Badegäste an den Ufern. Trotz der hohen Besucherzahlen gibt es an diesen Seen keine professionellen Wasserretter. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und die Berliner Wasserrettung sind zwar im Einsatz, aber nicht permanent vor Ort.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Forderungen nach mehr Sicherheit

Der Vorfall hat die Diskussion um die Sicherheit an Berlins Badeseen neu entfacht. Politiker und Bürger fordern verstärkte Maßnahmen. „Wir sind uns des Bedarfs bewusst“, erklärte ein Sprecher der zuständigen Bezirksverwaltung. Konkrete Pläne zur Einrichtung von Rettungsschwimmer-Posten an der Krummen Lanke und am Schlachtensee gibt es jedoch bislang nicht.

Laut DLRG gibt es in Berlin insgesamt rund 40 bewachte Badestellen. Die meisten davon sind jedoch Strandbäder oder Freibäder. Die natürlichen Badeseen werden oft nicht als offizielle Badestellen geführt, was die Zuständigkeit für Rettungsdienste erschwert.

Statistiken zu Badeunfällen

Nach Angaben der DLRG ertranken im Jahr 2023 in Deutschland mindestens 378 Menschen. In Berlin waren es 13 Todesfälle durch Ertrinken. Die meisten Unfälle ereignen sich in unbewachten Gewässern. Die DLRG betont, dass viele Todesfälle durch bessere Überwachung und Aufklärung vermeidbar wären.

Der tragische Tod des Jugendlichen hat auch die Schulbehörde alarmiert. Schulsenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) kündigte an, die Aufklärung über Baderegeln in den Schulen zu verstärken. „Wir müssen Kinder und Jugendliche für die Gefahren im Wasser sensibilisieren“, sagte sie.

Reaktionen aus der Bevölkerung

Viele Berliner zeigen sich betroffen und fordern Konsequenzen. „Es kann nicht sein, dass an so beliebten Seen keine Rettungsschwimmer sind“, sagte eine Anwohnerin. Andere weisen darauf hin, dass die Eigenverantwortung der Badegäste ebenfalls eine große Rolle spielt. „Man sollte nie alleine schwimmen und die Warnhinweise beachten“, so ein Vater, der mit seinen Kindern am Schlachtensee war.

Die Polizei hat die Ermittlungen zu dem Unglück aufgenommen. Bislang gibt es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Die genaue Todesursache soll durch eine Obduktion geklärt werden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration