TU Berlin sperrt drittes Gebäude: Brandschutzmängel im Komplex für Bergbau und Hüttenwesen
Die Technische Universität Berlin (TU) sieht sich erneut mit einer Gebäudeschließung konfrontiert. Nach dem Hauptgebäude und der Bibliothek muss nun auch der Komplex für Bergbau und Hüttenwesen am Ernst-Reuter-Platz in Charlottenburg auf unbestimmte Zeit gesperrt werden. Grund sind schwerwiegende Mängel im Brandschutz, wie aus einem Bericht der „B.Z.“ hervorgeht.
Externe Prüfer stellten fest, dass die Sprühnebel-Löschanlage in dem Gebäude nicht funktioniert. Betroffen sind mehrere Hörsäle und Seminarräume. Die Studierenden wurden am Freitag per E-Mail informiert: „Ohne eine funktionierende Löschanlage ist der erforderliche Brandschutz im Gebäude nicht gewährleistet.“ Der Mangel wurde bei einer aktuellen Prüfung durch Gutachter entdeckt. Ab sofort ist das Gebäude für die Nutzung gesperrt. Derzeit ist unklar, wann die Reparaturen beginnen, wie lange sie dauern und wann das Gebäude wieder geöffnet werden kann.
Bereits Anfang Mai musste die Universität ihr Hauptgebäude an der Straße des 17. Juni in Mitte schließen. Bei einer Begehung durch Bauaufsicht und Feuerwehr am 8. Mai wurden „erhebliche bauliche Mängel“ festgestellt. Seitdem ist das Hauptgebäude bis auf Weiteres geschlossen. Lehrveranstaltungen fallen aus oder werden digital durchgeführt. Anfang Juni folgte die vorübergehende Schließung der gemeinsamen Universitätsbibliothek der TU und der Universität der Künste in der Fasanenstraße in Charlottenburg, verursacht durch einen Defekt an der Notstromanlage. Dieser konnte jedoch innerhalb einer Woche behoben werden.
Die anhaltenden Schließungen werfen ein Schlaglicht auf den Sanierungsstau an Berliner Hochschulen. Bereits 2022 wurden die Sanierungskosten auf acht Milliarden Euro geschätzt. Angesichts steigender Baukosten dürfte diese Summe inzwischen deutlich höher liegen. Die TU Berlin steht nun vor der Herausforderung, die Brandschutzmängel schnellstmöglich zu beheben, um den Lehrbetrieb wieder aufnehmen zu können.



