Buckelwal-Rettung: Tierärztin erhebt schwere Vorwürfe gegen Schiffscrew
Buckelwal-Rettung: Tierärztin erhebt schwere Vorwürfe gegen Schiffscrew

Die Rettung des vor Poel gestrandeten Buckelwals scheint zunächst gelungen. Eine private Initiative brachte das Tier in einer gefluteten Barge in die Nordsee, wo es am Samstag freigelassen wurde. Doch nun ist völlig unklar, wo sich der Wal befindet. Der angebrachte Sender übermittle keine Ortsdaten, sondern nur angebliche Vitalzeichen – eine Aussage, die bei Experten auf Skepsis stößt.

Das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) betonte, dass ein GPS- oder Satellitentracker üblicherweise keine Vitalzeichen im medizinischen Sinne liefere. Der dänische Meeresbiologe Peter Madsen von der Universität Aarhus erklärte: „Es gibt keinen handelsüblichen GPS-Sender, der Vitaldaten des Wals liefern kann – wer das behauptet, sagt nicht die Wahrheit.“ Auch Greenpeace-Experte Thilo Maack äußerte Zweifel.

Die Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies, die an der Rettungsaktion beteiligt war, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Crew. Laut „Bild“-Bericht seien die vergangenen Tage an Bord für sie „mulmig“ und „unangenehm“ gewesen. Der Kapitän habe Gespräche verweigert und ihr gedroht, sie „in Arrest“ zu nehmen. Zudem seien abfällige Äußerungen über den Wal gefallen, darunter der Satz: „Endlich, das Mistviech ist jetzt weg. Das ist die Hauptsache. Nächstes Projekt.“ Tönnies fühlte sich isoliert und allein gelassen.

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Unklar bleibt der Gesundheitszustand des Wals. Der Sender übermittle zwar Signale, wenn der Wal zum Luftholen an die Wasseroberfläche komme, wie Tönnies bestätigte. Doch konkrete Vitalparameter fehlen. Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns wartet noch auf Daten. Der Schlepper „Fortuna B“ ist inzwischen in Cuxhaven eingelaufen, begleitet von der Wasserschutzpolizei. Das zweite Schiff, die „Robin Hood“, befand sich am Sonntagabend noch vor der dänischen Westküste.

Der Wal wurde rund 70 Kilometer von Skagen, Dänemarks nördlichster Stadt, freigelassen. Öffentlich zugängliche Bilder oder Videos gibt es nicht. Die private Initiative hatte ursprünglich angegeben, der Sender übermittle Vitalzeichen, doch Experten bezweifeln dies. Die Geldgeberin Karin Walter-Mommert räumte ein, dass der Sender anders als geplant keine Ortsdaten liefere, aber zumindest Vitalzeichen zeige, dass der Wal lebe.

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