Weißer Hautkrebs: Mehr Todesfälle als schwarzer Hautkrebs weltweit
Weißer Hautkrebs: Mehr Todesfälle als schwarzer

Wer die Diagnose „weißer Hautkrebs“ erhält, atmet oft auf – schließlich gilt das maligne Melanom, der schwarze Hautkrebs, als die gefährlichere Form. Doch eine 2024 veröffentlichte Analyse des Dermatologen Thierry Passeron vom Universitätsklinikum Nizza zeigt ein überraschendes Bild: Weltweit starben im Jahr 2020 mehr Menschen an weißem Hautkrebs als an schwarzem Hautkrebs.

Die Datenlage: WHO-Zahlen aus 2020

Grundlage der Untersuchung waren Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2020. Passeron wertete aus, wie viele Todesfälle auf schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) und auf den sogenannten weißen Hautkrebs (nicht-melanozytärer Hautkrebs, NMSC) zurückgehen. Zu NMSC zählen vor allem Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome.

Die WHO registrierte 2020 weltweit rund 1,5 Millionen Hautkrebsfälle. Davon entfielen 324.000 auf maligne Melanome und etwa 1,2 Millionen auf NMSC. Schwarzer Hautkrebs trat also deutlich seltener auf als weißer Hautkrebs. Passeron betonte zudem, dass die tatsächliche Belastung sogar höher sein könnte, weil NMSC in Krebsregistern häufig nicht vollständig erfasst werde.

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Mehr Todesfälle trotz geringerer Gefahr pro Fall

Bei den Todesfällen zeigte sich ein unerwartetes Ergebnis: Laut Passeron führte NMSC zu mehr als 63.700 Todesfällen, während für das Melanom im selben Jahr rund 57.000 Todesfälle geschätzt wurden. Der Grund liegt nicht in einer höheren Gefährlichkeit des weißen Hautkrebses, sondern in seiner wesentlich größeren Verbreitung. Im Einzelfall ist weißer Hautkrebs weniger tödlich als schwarzer Hautkrebs, aber aufgrund der hohen Fallzahlen übertrifft die Gesamtzahl der Todesfälle die des Melanoms.

Besonders betroffene Länder und Regionen

Die Analyse zeigte außerdem regionale Unterschiede: Regionen mit überwiegend hellen Hauttypen und einer älteren Bevölkerung verzeichneten besonders viele Hautkrebsfälle. Dazu gehörten die USA, Europa und Australien. Gleichzeitig wurden auch in Regionen mit vielen Menschen dunkler Hauttypen Hautkrebsfälle registriert. In Afrika starben 2020 insgesamt 11.281 Menschen an Hautkrebs. Aktuelle Analysen unterstreichen, dass die Zahl der Hautkrebsfälle weltweit weiter zunimmt, wobei insbesondere weißer Hautkrebs zu dieser Entwicklung beiträgt.

Fazit: Regelmäßige Screenings sind entscheidend

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass weißer Hautkrebs nicht unterschätzt werden sollte. Regelmäßige Screenings können Leben retten, indem sie frühzeitig erkannt und behandelt werden. Dermatologen empfehlen, insbesondere bei Risikofaktoren wie heller Haut, vielen Muttermalen oder häufiger Sonnenexposition, jährliche Hautkrebsvorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.

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