West-Nil-Fieber: Deutlicher Anstieg der Fälle in Italien – 46 Erkrankungen gemeldet
West-Nil-Fieber: Anstieg der Fälle in Italien auf 46

In Italien ist die Zahl der registrierten Erkrankungen an West-Nil-Fieber im laufenden Jahr deutlich angestiegen. Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC erfasste bis Mitte August 46 bestätigte Fälle – ein sprunghafter Anstieg im Vergleich zu den 21 Fällen, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kurz zuvor für das Land gemeldet hatte. Nach Angaben der ECDC haben sich die Patienten lokal infiziert, nicht auf Reisen.

Europaweit insgesamt 81 lokale Infektionen

Insgesamt wurden der ECDC für Europa 81 Erkrankungen gemeldet, bei denen die Ansteckung im Inland erfolgte. Neben Italien mit 46 Fällen verzeichnet Griechenland 21 Infektionen. Nordmazedonien und Rumänien melden jeweils fünf Fälle, Spanien drei und Frankreich einen Fall. Die Behörde betont, dass die Fallzahlen im Sommer erfahrungsgemäß noch weiter steigen. In Italien sind mittlerweile 20 Regionen betroffen, darunter auch die Großstädte Mailand und Rom mit ihrem Umland.

Virusübertragung durch Mücken und Vögel

Das West-Nil-Virus wird laut WHO hauptsächlich zwischen Stechmücken und Vögeln übertragen. Infizierte Mücken können den Erreger aber auch auf Menschen übertragen, besonders häufig in den Monaten Juli bis September. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist darauf hin, dass die meisten Infizierten keine Symptome bemerken. Forscher gehen daher von einer hohen Dunkelziffer aus. In Deutschland wurden im laufenden Jahr zwei Fälle registriert, die jedoch beide auf Reisen ins Ausland zurückgeführt werden.

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Etwa ein Fünftel der Infizierten entwickelt laut RKI grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, die nach zwei bis 14 Tagen einsetzen. In seltenen, schweren Fällen kann es zu Entzündungen des Nervensystems kommen, darunter Enzephalitis oder Hirnhautentzündung. Die WHO betont, dass das Risiko einer schweren Erkrankung für die meisten Menschen gering sei. Dennoch warnt die Organisation: Aufgrund der längeren und heißeren Sommer steige die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung.

Prävention und Symptome

Bei hohem Fieber, Hautausschlag oder einem steifen Nacken sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Auf Reisen empfehlen Experten den Schutz vor Mückenstichen durch langärmlige Kleidung, Insektenschutzmittel oder Moskitonetze. Das West-Nil-Fieber ist in Südeuropa mittlerweile endemisch. Die steigenden Temperaturen begünstigen die Ausbreitung der Überträgermücken, sodass auch in den kommenden Jahren mit weiteren Fällen zu rechnen ist.

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