Anstieg sexueller Gewalt gegen Kinder: 17.126 Fälle im Jahr 2025
17.126 Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder registriert

Die Zahl der registrierten Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs in Deutschland ist im Jahr 2025 erneut gestiegen. Laut dem Bundeslagebild „Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen“ des Bundeskriminalamts (BKA) wurden im vergangenen Jahr 17.126 Fälle polizeilich erfasst – rund 1.600 mehr als 2021 und 772 mehr als 2024. Das berichteten Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), BKA-Chef Holger Münch und die Missbrauchsbeauftragte des Bundes, Kerstin Claus, bei der Vorstellung des Berichts in Berlin.

Über die Hälfte der Fälle im sozialen Nahfeld

Die Ermittlungen ergaben erneut, dass in mehr als der Hälfte der Fälle zwischen Opfern und Tatverdächtigen eine Vorbeziehung bestand. Bei Jugendlichen stieg die Zahl der Fälle von 1.191 auf 1.239. Strafrechtlich gelten Personen unter 14 Jahren als Kinder. Die Dunkelziffer dürfte nach Einschätzung der Behörden deutlich höher liegen. „Neben dem in diesem Lagebild dargestellten polizeilichen Hellfeld ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen“, heißt es in dem Bericht.

Mädchen besonders betroffen

Insgesamt wurden 18.736 Opfer im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch von Kindern registriert – ein Anstieg um 3,6 Prozent. Ein Kind kann dabei in der Statistik mehrfach erfasst werden, wenn es wiederholt Opfer wurde. 13.870 der Opfer waren Mädchen, 4.866 Jungen. Auch die Zahl der Tatverdächtigen stieg von 12.368 auf 12.823. Es handele sich hauptsächlich um männliche, alleinhandelnde Tatverdächtige.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Länderzahlen: Rheinland-Pfalz und Saarland

In Rheinland-Pfalz wurden 751 Fälle registriert, im Saarland 121. Die Sicherheitsbehörden beider Länder hatten diese Zahlen bereits im März in ihren Jahresstatistiken veröffentlicht. Das Bundeslagebild basiert auf Daten der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und beleuchtet besonders die Bereiche sexueller Missbrauch, Missbrauchsdarstellungen (Kinderpornografie) und sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen.

Hellfeld und Dunkelfeld

Die Statistik spiegelt nur das sogenannte Hellfeld – also die der Polizei bekannt gewordenen und bearbeiteten Straftaten, einschließlich Versuchstaten. Die Zahlen sind daher auch vom Anzeigeverhalten beeinflusst. Experten gehen von einem erheblichen Dunkelfeld aus, da viele Taten nicht angezeigt werden. Die Missbrauchsbeauftragte Kerstin Claus betonte die Notwendigkeit von Prävention und besserem Schutz für Kinder.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration