Urteil gefallen: 18 Jahre Haft für Schädlingsbekämpfer
Ein türkischer Schädlingsbekämpfer ist in Istanbul zu 18 Jahren Haft verurteilt worden, weil er eine deutsche Familie vergiftet hat. Der Vorfall ereignete sich im Jahr 2022, als die Familie in ihrer Ferienwohnung in Istanbul weilte. Der Angeklagte hatte in der Wohnung ein hochgiftiges Pestizid versprüht, ohne die Familie zu warnen oder für ausreichende Belüftung zu sorgen.
Die Familie, bestehend aus einem Ehepaar und zwei Kindern, erlitt schwere Vergiftungserscheinungen. Der Vater, ein 42-jähriger Deutscher, musste monatelang im Krankenhaus behandelt werden und leidet bis heute unter den Folgen. Die Mutter und die Kinder überlebten, haben aber ebenfalls gesundheitliche Beeinträchtigungen davongetragen.
Hintergründe der Tat
Der Schädlingsbekämpfer war von der Familie beauftragt worden, die Wohnung gegen Ungeziefer zu behandeln. Statt jedoch ein zugelassenes und ungefährliches Mittel zu verwenden, setzte er ein hochtoxisches Pestizid ein, das in der Türkei für den Innenbereich verboten ist. Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, fahrlässig gehandelt und das Leben der Familie gefährdet zu haben.
„Der Angeklagte hat aus Profitgier gehandelt und die Sicherheit der Familie vollkommen missachtet“, sagte der Staatsanwalt im Prozess. „Er hätte wissen müssen, dass das von ihm verwendete Mittel lebensgefährlich ist.“
Reaktionen der Familie und der Justiz
Die Familie zeigte sich erleichtert über das Urteil. „Wir sind froh, dass der Täter zur Rechenschaft gezogen wurde“, sagte der Vater in einer schriftlichen Stellungnahme. „Die Tat hat unser Leben zerstört. Wir hoffen, dass dieses Urteil ein Zeichen setzt.“
Das Gericht verurteilte den Schädlingsbekämpfer wegen fahrlässiger Körperverletzung und Verstoßes gegen das Chemikaliengesetz. Die Verteidigung kündigte an, in Berufung zu gehen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Auswirkungen auf die Branche
Der Fall hat in der Türkei eine Debatte über die Regulierung von Schädlingsbekämpfungsmitteln ausgelöst. Experten fordern strengere Kontrollen und härtere Strafen für Verstöße. „Solche Vorfälle sind leider keine Seltenheit“, sagte ein Sprecher der türkischen Chemikalienbehörde. „Wir arbeiten daran, die Sicherheitsstandards zu erhöhen.“
Die deutsche Botschaft in Ankara hatte den Fall von Anfang an verfolgt und die Familie unterstützt. Ein Sprecher der Botschaft betonte: „Wir begrüßen das Urteil und hoffen, dass es zur Abschreckung beiträgt.“



