Die Zahl der Adoptionen in Deutschland ist 2025 auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gefallen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden im vergangenen Jahr lediglich 3517 Kinder adoptiert – 145 oder 4 Prozent weniger als 2024. Damit wurde der bisherige Tiefstand aus dem Jahr 1990 fast erreicht.
Rückgang der Fremdadoptionen als Hauptgrund
„Eine Erklärung für die insgesamt sinkenden Fallzahlen ist der anhaltende Rückgang der ‚klassischen‘ Fremdadoptionen – also der Adoptionen durch Personen, die weder Stiefeltern noch Verwandte des Kindes sind“, schreiben die Statistikerinnen und Statistiker. Der Anteil der Fremdadoptionen ist kontinuierlich gesunken, während die Stiefkindadoptionen zunehmen.
Im Jahr 2025 wuchsen 74 Prozent der Kinder vor der Adoption bei einem Paar aus einem leiblichen Elternteil und einem Stiefelternteil auf. 10 Prozent der Kinder kamen aus einem Krankenhaus oder einem Mutter-Kind-Heim, 8 Prozent aus einer Pflegefamilie. Bei 3 Prozent der Fälle ging eine anonyme Geburt oder die Abgabe über eine Babyklappe voraus.
Altersstruktur der adoptierten Kinder
Mehr als ein Viertel der Kinder war bei der Adoption unter einem Jahr alt. 31 Prozent waren ein oder zwei Jahre alt. Das Durchschnittsalter der Adoptierten lag laut Amt bei 5,1 Jahren. Adoptionen aus dem Ausland spielten mit nur 56 Fällen (1,6 Prozent) eine untergeordnete Rolle; die häufigsten Herkunftsländer waren Thailand, Südafrika, Burkina Faso und Sri Lanka.
Stiefkindadoption erreicht Rekordwert
Der Anteil der Stiefkindadoptionen an allen Adoptionen stieg von 54 Prozent im Jahr 2010 auf 75 Prozent im vergangenen Jahr – ein neuer Höchststand. „Die Entwicklung ist insbesondere auf Stiefmütter in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften zurückzuführen: Wird ein Kind in eine bestehende Partnerschaft von zwei Frauen hineingeboren, kann die Partnerin die Rechtsstellung eines leiblichen Elternteils nur über eine Stiefkindadoption erlangen“, erklärte das Statistische Bundesamt.
Von etwa 1590 Stiefmütter-Adoptionen im Jahr 2025 entfielen 80 Prozent auf gleichgeschlechtliche Frauenpaare, die keine Angaben zum Kindsvater machten. Diese Gruppe machte insgesamt 36 Prozent aller Adoptionen aus. Damit ist die Stiefkindadoption durch gleichgeschlechtliche Paare der Haupttreiber des Anstiegs.



