Ein suspendierter Polizeibeamter hat vor dem Berliner Landgericht gestanden, bei einem privaten Autokauf auf einem Supermarkt-Parkplatz in Berlin-Reinickendorf insgesamt 71.000 Euro erbeutet zu haben. Der 42-Jährige gab zu Prozessbeginn weitgehend alle Vorwürfe zu. „Eine Person hatte mich überredet“, so der Angeklagte. Er habe sich als „im Dienst stehender Polizist ausgegeben, um Geld zu stehlen“. Nähere Angaben zu dem mutmaßlichen Mittäter machte er nicht.
Hintergrund des Falls
Der Angeklagte ist seit rund fünf Jahren wegen anderer Ermittlungsverfahren vom Dienst suspendiert und darf keine Dienstgeschäfte mehr vornehmen. Die Anklage lautet auf schweren räuberischen Diebstahl, gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und gefährliche Körperverletzung. Am 16. Januar dieses Jahres wurde der 42-Jährige auf frischer Tat gefasst und befindet sich seither in Untersuchungshaft.
Tathergang im Detail
Der Überfall ereignete sich auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Berlin-Reinickendorf. Dort hatten sich ein Autohändler mit zwei Begleitern sowie ein Mann getroffen, der einen italienischen Sportwagen im Internet zum Kauf angeboten hatte. Vereinbart war ein Preis von 189.000 Euro, wovon 68.000 Euro in bar angezahlt werden sollten.
Während das Bargeld im Auto des Käufers gezählt wurde, kamen laut Ermittlungen zwei schwarz gekleidete Männer auf das Fahrzeug zu. Der 42-Jährige und sein Komplize trugen Westen der Berliner Polizei, Handfesseln am Gürtel und eine Softair-Pistole im Holster. Der suspendierte Beamte erklärte, das Geld müsse wegen Verdachts auf dubiose Geschäfte beschlagnahmt werden.
Flucht und Festnahme
Der Mittäter nahm das Geld an sich, so der Angeklagte. Zusätzlich steckte er 3.000 Euro ein, die sich in einem Transporter der Begleiter des Käufers befanden. Als der Käufer eine Quittung verlangte, stiegen der Angeklagte und sein Mittäter in ihr Auto und flüchteten. Nach einer kurzen Verfolgungsjagd endeten sie in einer Sackgasse. „Mein Mittäter fuhr einem der Männer über den Fuß, griff sich dann das Geld und rannte weg“, sagte der 42-Jährige vor Gericht.
Weiteres Verfahren
Der Prozess ist bislang mit drei weiteren Verhandlungstagen bis zum 28. Juli terminiert. Das Urteil wird zu einem späteren Zeitpunkt erwartet.



