Staatsanwaltschaft klagt drei Brüder wegen Mordes an
Die Berliner Staatsanwaltschaft hat drei Brüder im Alter von 32, 25 und 23 Jahren unter anderem wegen Mordes angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, am 31. Januar einen 44-jährigen Geschäftsmann in Berlin-Weißensee vor dessen Wohnung aus einem Auto heraus erschossen zu haben. Die Ermittler gehen von einer Vergeltungstat aus, die den Tod eines Cousins der Angeklagten rächen sollte.
Hintergrund: Messerattacke mit 31-jährigem Opfer
Der getötete Cousin war am 19. Juli 2025 bei einer Messerattacke vor einem Lokal in Berlin-Gesundbrunnen ums Leben gekommen. Damals waren 40 bis 60 Menschen aneinandergeraten. Die genauen Hintergründe dieser Auseinandersetzung sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft weiterhin unklar. Die Polizei sprach damals von „bestimmten kriminellen Milieus“. Das spätere Mordopfer, ein 44-jähriger Vater von sieben Kindern, der ein Transportunternehmen für Elektrogeräte betrieb, soll der Familie angehört haben, die für den Tod des Cousins verantwortlich gemacht wird.
Tatablauf und Festnahmen
Die drei Brüder sollen spätestens drei Monate nach dem Tod des Cousins einen Vergeltungsschlag geplant haben. Sie spähten das Opfer aus, lauerten ihm am 31. Januar vor seiner Wohnung auf und eröffneten das Feuer. Der 44-Jährige starb auf dem Fahrersitz seines Transporters. Nach der Tat zündeten die Brüder das mutmaßliche Fluchtauto an, um Beweise zu vernichten. Alle Beteiligten haben die türkische Staatsangehörigkeit, die mutmaßlichen Täter sind Kurden aus dem Südosten der Türkei. Keiner von ihnen war bisher polizeilich aufgefallen.
Die Festnahmen erfolgten nach längeren Ermittlungen: Der 32-jährige Hauptverdächtige wurde bereits im Februar gefasst, der 25-Jährige zuletzt am 13. April. Alle drei befinden sich in Untersuchungshaft. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte, dass die Tat als „Blutrache“ eingestuft werde. Das Landgericht Berlin muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.



