Sechs Tote in Stade: Zeuge schildert die letzten Momente
Nach der Bluttat in einem Mutter-Kind-Heim in Stade mit sechs Toten hat ein Zeuge gegenüber der Polizei geschildert, wie er die Tat erlebte. „Dann gab es keine Schreie mehr, nur Schüsse“, sagte der Mann den Ermittlern. Die Tat ereignete sich am Dienstagabend in der Einrichtung, in der Mütter mit ihren Kindern untergebracht sind. Die Polizei nahm noch am Tatort einen 42-jährigen Mann fest, gegen den inzwischen Haftbefehl wegen Mordes erlassen wurde.
Hintergrund: Sorgerechtsstreit um drei Monate altes Baby
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Stade soll ein Sorgerechtsstreit um ein drei Monate altes Baby das Motiv für die Tat gewesen sein. Der mutmaßliche Täter soll der Vater des Kindes sein. Er habe die Einrichtung betreten und sofort das Feuer eröffnet. Fünf Frauen und ein Mann kamen ums Leben, darunter auch die Mutter des Babys. Das Kind selbst blieb unverletzt und wurde in Obhut genommen.
Ermittlungen: Details zu Opfern und Täter
Die Ermittler arbeiten unter Hochdruck an der Aufklärung der Tat. Nach bisherigen Erkenntnissen handelte der Täter allein. Die Opfer sind zwischen 24 und 56 Jahren alt. Die Polizei hat eine Mordkommission eingerichtet und sucht weiter nach Zeugen. Vor dem Heim haben Anwohner Kerzen und Blumen niedergelegt, um der Opfer zu gedenken.
Der mutmaßliche Täter soll am Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden. Ihm wird Mord in sechs Fällen vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft schließt nicht aus, dass weitere Anklagepunkte hinzukommen könnten.



