Caro Cult verklagt ARD: Schwangerschaft kostet Rolle als verführerische Lehrerin
Caro Cult verklagt ARD wegen Kündigung nach Schwangerschaft

Die Schauspielerin Caro Cult (32) hat die ARD-Produktion „Schattenseite“ verklagt, nachdem ihr die Hauptrolle als verführerische Lehrerin wegen ihrer Schwangerschaft entzogen wurde. Der Fall endete mit einem Vergleich vor dem Arbeitsgericht Berlin, wie der „Spiegel“ berichtet. Dreamtool Entertainment, die Produktionsfirma, zahlt Cult die Hälfte der ursprünglich vereinbarten Gage als Schadensersatz.

Rollenvergabe und plötzlicher Rückzug

Eigentlich hatte alles gepasst: Cult sprach vor, erhielt die Zusage, ihre Agentin akzeptierte das Angebot. Regiegespräche, Kostümprobe und Drehvorbereitungen folgten. Acht Tage vor Drehbeginn, am Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels, informierte die Schauspielerin die Produktion über ihre Schwangerschaft. Kurz darauf zog Dreamtool das Angebot zurück. Cult wurde durch Franziska von Harsdorf (30) ersetzt.

Begründung der Produktionsfirma

Laut Cult erklärte eine Mitarbeiterin der Produktion ihrer Agentin, sie strahle als Schwangere „nicht mehr den notwendigen Sex-Appeal“ aus. Dreamtool bezeichnete diese Formulierung später als unangemessen, betonte aber, sie sei nicht der Grund für die Entscheidung gewesen. Stattdessen verwies die Firma auf organisatorische Probleme, Mutterschutz, Nachtdrehs und Versicherungsfragen. „Beim Film wird ständig etwas gefakt“, sagte Cult dem „Spiegel“ und schlug den Einsatz eines Körperdoubles vor. Die ausgestrahlten Sexszenen zeigen weder den Bauch noch den Oberkörper der Lehrerin vollständig.

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Rechtliche Auseinandersetzung und Vergleich

Der Fall landete vor dem Arbeitsgericht Berlin, wo sich beide Seiten auf einen Vergleich einigten. Dreamtool zahlt Cult die Hälfte der Gage. Cult betont, es sei ihr nie in erster Linie ums Geld gegangen: „Ich will zeigen, dass sich Frauen gegen eine Benachteiligung wegen einer Schwangerschaft wehren können.“

Umgang der Filmbranche mit Schwangerschaft

Der Fall zeigt laut Cult die uneinheitliche Handhabung von Schwangerschaften am Set, besonders bei körperlich anspruchsvollen oder intimen Szenen. Sie rät Schauspielerinnen, die Schwangerschaft möglichst lange zu verschweigen: „Oft ist es wahrscheinlich schlauer, einfach am Set aufzutauchen und die Schwangerschaft so lange wie möglich zu verschweigen. Bis dahin ist es meistens zu teuer, dich gegen eine andere Schauspielerin auszutauschen.“

Anfragen von BILD bei Caro Cult und Dreamtool blieben unbeantwortet.

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