Das Landgericht Cottbus hat am Mittwoch eine Frau und ihren neuen Freund zu langen Haftstrafen verurteilt. Die beiden wurden des versuchten Mordes für schuldig befunden, nachdem sie im Februar den Ex-Partner der Frau in dessen Wohnung in Cottbus brutal attackiert hatten. Das Gericht verhängte gegen den Mann eine Freiheitsstrafe von elf Jahren und sechs Monaten, die Frau muss für elf Jahre ins Gefängnis.
Hinterhalt in der Wohnung des Opfers
Nach Angaben eines Gerichtssprechers hatten die Angeklagten im Februar in der Wohnung des Opfers in Cottbus auf diesen gewartet. Ihre Absicht war es, dem Mann massive körperliche Schäden zuzufügen. Als der Mann die Wohnung betrat, griffen sie ihn sofort an. Sie versetzten ihm Tritte und Schläge und übergossen ihn zudem mit Chemikalien. Die Kammer sah die Mordmerkmale Heimtücke und niedrige Beweggründe als erfüllt an.
Strafanträge der Staatsanwaltschaft
Die Staatsanwaltschaft hatte für den Angeklagten eine Haftstrafe von zwölf Jahren wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung gefordert. Für die Angeklagte beantragte die Behörde zehn Jahre Haft. Die Verteidigung plädierte auf neun Jahre für den Mann und ein milderes Urteil für die Frau. Das Gericht folgte mit seinen Urteilen weitgehend den Forderungen der Anklage, wich jedoch leicht nach unten ab.
Urteil noch nicht rechtskräftig
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Wie der Gerichtssprecher mitteilte, ist binnen einer Woche Revision möglich. Die Verteidigung kündigte bereits an, Rechtsmittel prüfen zu wollen. Der Fall hatte in Cottbus für Aufsehen gesorgt, da die Tat mit besonderer Brutalität ausgeführt wurde.



