Bei den von den USA vermittelten Gesprächen in Rom zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertretern hat es nach Angaben aus libanesischen Regierungskreisen „sichtbare Fortschritte“ bei der Festlegung von zwei sogenannten Pilotzonen gegeben. Das berichteten auch libanesische Medien. Am Freitag sollen weitere Gespräche auf militärischer Ebene zur genauen Umsetzung folgen, die möglicherweise online stattfinden.
Hintergrund der Pilotzonen-Vereinbarung
In einem jüngsten Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon wurde vereinbart, dass der Rückzug in Pilotzonen getestet werden soll. Das israelische Militär soll dort die Kontrolle an die libanesische Armee abgeben, sobald die Hisbollah dort nicht mehr vertreten ist. Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ meldete unter Berufung auf einen israelischen Regierungsbeamten, dass noch weitere Vorbereitungen und Vereinbarungen erforderlich seien, bevor mit der Umsetzung begonnen werden könne. Dies solle in den kommenden Tagen erreicht werden.
US-Militär beendet neue Angriffswelle gegen den Iran
Das US-Militär schließt eigenen Angaben zufolge eine 90-minütige Welle von Angriffen gegen Ziele im Iran ab. Die Luftschläge richteten sich gegen Küstenverteidigungssysteme sowie Lager- und Abschussanlagen für Marschflugkörper auf der größeren der beiden Tunb-Inseln, wie das US-Zentralkommando Centcom mitteilt. Ziel des Einsatzes sei gewesen, die Fähigkeiten des Irans für Angriffe auf die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus weiter zu schwächen. Bereits zuvor hatte das US-Militär eine neue Angriffswelle gestartet, die um 6.00 Uhr (12.00 MESZ) begann, um die militärischen Fähigkeiten der iranischen Streitkräfte zu schwächen.
Propaganda und Hinrichtungen im Iran
In Teheran zeigt ein großes Propagandaplakat US-Präsident Donald Trump in einem Sarg. Auf Persisch und Englisch heißt es auf der Fassade „Wir werden Trump töten“, wie Fotos der Nachrichtenagentur AP zeigen. Hintergrund sind Vergeltungsrufe der iranischen Staatsführung für den im Februar getöteten obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei. Zudem wurde im Iran abermals ein Mann im Zusammenhang mit den Protesten vom Januar hingerichtet. Das Urteil sei am frühen Mittwochmorgen vollstreckt worden, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Dem Mann wurde zur Last gelegt, bei den Aufständen in der Provinz Isfahan ein Gebäude einer Kreisverwaltung mit einem Molotowcocktail in Brand gesetzt zu haben.
Israelischer Angriff im Gazastreifen trotz Waffenruhe
Trotz geltender Waffenruhe hat es bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen palästinensischen Angaben zufolge am Morgen erneut Tote gegeben. Die Al-Aksa-Klinik in der Stadt Deir al-Balah meldete vier Todesopfer, darunter ein sechs Jahre altes Mädchen und seine Eltern. Palästinensischen Berichten zufolge wurde das Wohnhaus der Familie getroffen. Ein weiteres Kind überlebte demnach. Israels Armee bestätigte auf Anfrage einen Angriff in Deir al-Balah, der einem Kämpfer der Hamas gegolten habe. Weitere Details nannte das Militär zunächst nicht. Die Angaben beider Seiten lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
Iran meldet Tote bei US-Angriffen
Bei US-Luftangriffen auf einen iranischen Militärstützpunkt im Südosten des Landes werden in der Nacht mindestens sieben Menschen getötet, wie die halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die iranische Armee berichtet. Demnach schlagen 13 Raketen in ein Gästehaus, Wachposten und Unterkünfte auf dem Stützpunkt Bampur nahe der Stadt Iranschahr ein. Mehrere Personen werden verletzt. Die iranische Armee kündigt eine „entschlossene Antwort“ auf die Angriffe an. Bei den jüngsten US-Angriffen auf den Süden des Irans in den vergangenen Tagen sind Regierungsangaben zufolge mindestens 30 Zivilisten getötet worden. Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani schrieb auf X: „Wir sprechen den trauernden Familien unser Mitgefühl und Beileid aus und ehren das Andenken der Verstorbenen.“ Mehr als 260 Menschen wurden verletzt, 222 davon inzwischen aus Kliniken entlassen, so der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpur.
Netanjahu reist in die USA
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reist am Samstag in die USA. Netanjahu strebt dort ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump an, ob dieses jedoch zustande kommt, ist noch unklar, wie ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters sagt. Zuvor hatte Trump Netanjahu dem Nachrichtenportal Axios zufolge zum Abzug der israelischen Truppen aus Syrien und dem Libanon aufgefordert. Trump habe dies in einem Telefonat am vergangenen Donnerstag gesagt.
Weitere Entwicklungen im Iran-Konflikt
Jordanien hat einen erneuten Angriff aus dem Iran abgewehrt. Die Flugabwehr habe am frühen Morgen drei Raketen abgeschossen, die aus dem Iran in den jordanischen Luftraum eingedrungen seien, teilten die Streitkräfte mit. Opfer oder Schäden habe es nicht gegeben. Irans Revolutionsgarden reklamierten einen Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt in al-Asrak. Bei den nächtlichen US-Angriffen ist nach Darstellung iranischer Staatsmedien ein Weizensilo getroffen worden. Der Vorfall ereignete sich in der südwestlichen Provinz Chusestan nahe der Grenze zum Irak. Die Revolutionsgarden warfen den USA die Bombardierung ziviler Einrichtungen vor. Zudem sei eine Mineralwasserfabrik in der westlichen Provinz Ilam Ziel eines Angriffs geworden.
US-Demokraten blockieren Verteidigungsetat
Die Demokraten im US-Senat haben am Dienstag aus Protest gegen den Iran-Krieg ein Gesetz über den Verteidigungshaushalt blockiert. „Trump hat diesen Krieg ohne Autorisierung, ohne Strategie und ohne einen Ausweg begonnen“, sagte der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer. Bei einer Verfahrensabstimmung verfehlte der Entwurf die notwendige Mehrheit von 60 Stimmen; das Votum fiel mit 50 zu 46 Stimmen zu knapp aus. Die Demokraten befürchten, dass die Verabschiedung des Budgets in Höhe von 1,15 Billionen Dollar als Zustimmung zu dem Krieg gewertet werden könnte.
Angriffe auf Kuwait und Bahrain
Kuwait hat in der Nacht erneute Angriffe aus dem Iran gemeldet. Die Flugabwehr sei wegen Drohnenattacken aktiviert worden. Auch im Golfstaat Bahrain heulten wieder die Alarmsirenen. Kuwaits Armee meldete vier verletzte Soldaten bei einem Angriff auf ein Marineschiff. Zudem habe man eine ballistische Rakete, fünf Marschflugkörper und 33 Drohnen abgefangen. Die iranischen Revolutionsgarden drohen mit einer Blockade sämtlicher Energieexporte aus der Region. Solange die „bösartigen Handlungen“ der USA andauerten, werde „kein einziger Tropfen Öl und Gas“ exportiert. Irans Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi bezeichnet die Hoheit über die Straße von Hormus als Teil der nationalen Sicherheit.
Trump droht mit Angriffen auf Infrastruktur
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur gedroht. Nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, „es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln“, sagte er in einem Fox-News-Interview. Die Kämpfe würden weitergehen, „bis ich sage, dass es genug ist“. Zudem ist die US-Blockade gegen iranische Häfen in der Straße von Hormus wieder in Kraft. „Derzeit sind mehr als 20 Kriegsschiffe der US-Marine und Hunderte von Militärflugzeugen im gesamten Nahen Osten im Einsatz“, teilte das US-Zentralkommando mit.
Israelische Siedlungspläne und Tankerangriff
Das israelische Sicherheitskabinett billigt ein Budget von 1,3 Milliarden Schekel (379 Millionen Euro) für den Bau von 34 neuen Siedlungen im besetzten Westjordanland. Finanzminister Bezalel Smotrich erklärte, damit werde die Sicherheit Israels gestärkt. Erneut ist ein Tanker vor der Küste des Omans angegriffen worden. Am Chemikalien- und Öltanker „Stolt Magnesium“ habe sich eine Explosion ereignet, die von einem „nicht identifizierten externen Mittel“ verursacht worden sei, teilte der Mutterkonzern Stolt-Nielsen mit. Die Besatzung sei sicher und habe begonnen, den Brand zu löschen.



