Die 11. Etappe der Tour de France zwischen Vichy und Nevers war mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50,91 km/h die schnellste Flachetappe der Tour-Geschichte. Das Portal „Procyclingstats“ bestätigte den Rekord, der zuvor von der 4. Etappe 1999 gehalten wurde (50,36 km/h, Sieger Mario Cipollini). Superstar Tadej Pogacar bemerkte das Tempo während einer Pinkelpause: „Als wir angehalten haben, um auf die Toilette zu gehen, war es der Wahnsinn, wieder zurückzukommen“, sagte der viermalige Tour-Champion. „Oh, heute werden wir tatsächlich schnell ins Ziel kommen“, habe er sich gedacht.
Pogacar stolz auf Teilnahme am Rekord
Pogacar zeigte sich stolz, Teil dieser Rekordfahrt zu sein. „Es ist toll, Teil der schnellsten Tour-Etappe jemals zu sein“, sagte er. Grund für das hohe Tempo sei eine starke Ausreißergruppe gewesen, die den Massensprint gefährdete. „Heute gab es zum Beispiel eine starke Ausreißergruppe. Deshalb muss das Tempo hoch sein“, erklärte Pogacar. Der Slowene trägt weiter das Gelbe Trikot und führt die Gesamtwertung mit 3:36 Minuten Vorsprung vor Jonas Vingegaard an. Remco Evenepoel liegt knapp vier Minuten zurück.
Søren Wærenskjold nutzt vierte Sprintchance
Der Norweger Søren Wærenskjold von Uno-X Mobility nutzte die vierte Sprintchance der Tour und feierte seinen ersten Etappensieg. Auf den 161,3 Kilometern setzte er sich im Massensprint vor dem Niederländer Olav Kooij (Team dsm-firmenich PostNL) und dem Belgier Jasper Philipsen durch. Philipsen wurde nach einer Juryentscheidung zurückgestuft. Bester Deutscher war Pascal Ackermann (Israel-Premier Tech) als Neunter, Max Kanter (Astana Qazaqstan) wurde 17.
Deutsche Fahrer: Ackermann zufrieden, Zimmermann gestürzt
Pascal Ackermann zeigte sich zufrieden: „Es war eine schnelle Etappe, es war eigentlich wie erwartet“, sagte der Pfälzer in der ARD. Die letzten zehn Kilometer seien „die langsamsten vom ganzen Tag“ gewesen. Georg Zimmermann (Intermarché-Wanty) stürzte etwa 30 Kilometer vor dem Ziel, als Teamkollegen Verpflegungsbeutel reichten. Fernsehbilder zeigten den 28-Jährigen am Boden, er konnte später wieder aufstehen und das Ziel erreichen. Im Vorjahr musste Zimmermann die Tour nach einem Sturz vor der 10. Etappe aufgeben.
Jasper Philipsen weiter erfolglos
Jasper Philipsen (Alpecin-Deceuninck), der bei den ersten drei Sprinttagen ohne Sieg blieb, zeigte sich enttäuscht. Sein bestes Resultat war Platz vier. „Wenn man nicht gewinnen kann, kommen immer Zweifel auf. Kann ich es noch? Wo ist meine Geschwindigkeit geblieben? Diese Zweifel bleiben“, wurde Philipsen vom belgischen Portal „Sporza“ zitiert. Teamkollege Mathieu van der Poel stärkte ihm den Rücken: „Die gesamte Mannschaft steht hinter ihm und wir glauben, dass Jasper gewinnen kann, wenn alles gut läuft.“
Kanter erholt – Sprinter am Donnerstag wieder gefordert
Max Kanter zog Kraft aus dem Ruhetag: „Wir konnten uns etwas erholen“, sagte er bei Eurosport. Nach der harten Kletterpartie im Zentralmassiv hätten einige Fahrer ihre Beine erst wieder aufwecken müssen. „Für mich lag der hauptsächliche Fokus darauf, möglichst viel Energie zu sparen“, so Kanter. Am Donnerstag sind die Sprinter erneut gefragt: Die 12. Etappe startet auf der Rennstrecke von Magny-Cours – wo Michael Schumacher achtmal gewann – und führt über 179,1 Kilometer nach Chalon-sur-Saône.



