Nach dem blutigen Messerangriff auf den Christopher-Street-Day (CSD) in Berlin gerät der Tatverdächtige Abdul Ballout zunehmend in den Fokus der Ermittlungen. Nachbarn des 29-Jährigen aus dem Berliner Stadtteil Neukölln berichten, dass sich der Mann in den letzten Wochen auffällig verändert habe. „Eine Radikalisierung sei zu spüren gewesen“, sagte ein Anwohner gegenüber BILD. Die Polizei hat am Mittag Sprengstoffhunde an der Wohnung des Verdächtigen eingesetzt, um mögliche weitere Gefahrenquellen auszuschließen.
Nachbarn schildern Verhaltensänderung
Mehrere Nachbarn beschreiben Ballout als zurückhaltend, aber zunehmend aggressiv in seinen politischen Äußerungen. „Er hat sich immer mehr abgekapselt und abfällig über die LGBTQ+-Gemeinschaft geäußert“, so ein weiterer Zeuge. Die Behörden prüfen nun, ob Ballout Kontakt zu extremistischen Kreisen hatte. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin hat die Ermittlungen wegen Mordes und versuchten Mordes übernommen.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Die Polizei durchkämmt derzeit die Wohnung des Täters sowie mehrere Bahnhöfe in der Hauptstadt. „Schwer bewaffnete Kräfte haben alles durchsucht“, bestätigte ein Polizeisprecher. Die Einsatzkräfte sicherten zahlreiche Beweismittel, darunter ein Messer und möglicherweise digitales Material. Die genaue Tatwaffe wurde bereits sichergestellt; es handelt sich um ein Küchenmesser mit einer Klingenlänge von 15 Zentimetern.
CSD-Veranstaltung abgebrochen
Der Angriff ereignete sich am späten Samstagnachmittag während der Abschlusskundgebung des CSD-Umzugs. Der Täter stach wahllos auf Teilnehmende ein. Drei Menschen wurden getötet, fünf weitere schwer verletzt. Die Veranstaltung wurde sofort abgebrochen, tausende Teilnehmer wurden in Sicherheit gebracht. „Die Stimmung war auf einmal von Freude in Entsetzen umgeschlagen“, schilderte ein Augenzeuge.
Polizeigewerkschaft fordert Konsequenzen
Im Nachgang des Anschlags fordern Politiker und Polizeigewerkschaften schärfere Maßnahmen gegen Radikalisierung. „Wir müssen frühzeitiger eingreifen, bevor Hass in Gewalt umschlägt“, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Die Innenverwaltung von Berlin kündigte eine Überprüfung der bestehenden Präventionsprogramme an. Die Sicherheitsbehörden arbeiten zudem mit Hochdruck an der Aufklärung der Hintergründe.
Tatverdächtiger bereits polizeibekannt
Wie aus Ermittlerkreisen verlautet, war Ballout der Polizei bereits wegen kleinerer Delikte bekannt, jedoch nicht als Islamist oder gewaltbereiter Extremist. Der 29-jährige Syrer lebte seit fünf Jahren in Deutschland und besaß eine Aufenthaltserlaubnis. Die Behörden prüfen nun, ob er in den letzten Monaten Kontakt zu radikalen Predigern hatte.



