Rostock – Am zehnten Prozesstag im Mordfall des achtjährigen Fabian ist seine Mutter Dorina L. (31) wieder im Gerichtssaal anwesend. Bei einem früheren Termin hatte sie den Saal weinend verlassen, nachdem eine Polizistin die Auffindesituation des toten Jungen beschrieben hatte. An den vergangenen drei Prozesstagen war sie ferngeblieben, da die Details zu belastend waren. Nun will sie den weiteren Verlauf des Prozesses verfolgen und verstehen, was zwischen Fabians Vater und der Angeklagten Gina H. (30) geschieht.
Gina H. wird vorgeworfen, Fabian am 10. Oktober 2025 aus Eifersucht mit sechs Messerstichen getötet und seine Leiche mit Grillanzünder in Brand gesteckt zu haben. Einen Tag zuvor hatte sich Fabians Vater endgültig von ihr getrennt. Acht Wochen später sind der Vater Matthias R. (35) und die mutmaßliche Killerin wieder ein Paar. Matthias R. glaubt an die Unschuld seiner Geliebten, obwohl die Beweise gegen sie erdrückend sind.
Ab 9.30 Uhr soll vor dem Landgericht Rostock ein Bekannter von Gina H. gehört werden, der Aussagen zur Beziehung der Angeklagten zum Geschädigten und dessen Vater machen kann. Es handelt sich um einen gleichaltrigen Kfz-Mechatroniker aus der Umgebung.
Gina H. hatte die Leiche des Jungen am 14. Oktober 2025 angeblich zufällig bei einem Spaziergang mit einer Freundin an einem Tümpel bei Klein Upahl entdeckt. Sie geriet schnell in Verdacht. Die Polizei hörte ihr Handy ab und spielte zwei Telefonate im Gericht ab. In einem Gespräch vom 17. Oktober 2025 sagte sie: „Solange nicht jemand gefunden ist, werde ich für alle die Schuldige sein.“ Sie äußerte auch Sorge, dass in ihrem Auto noch eine Flasche Grillanzünder liegen könnte.
Ein weiteres Telefonat vom 18. Oktober 2025 wurde nur teilweise vorgespielt. Darin beteuerte sie ihre Unschuld und sorgte sich erneut um den Brandbeschleuniger. Die verbleibenden Minuten des zweistündigen Gesprächs könnten am Dienstag noch Thema werden. Zudem wird ein Kriminaloberkommissar Details zur Handyauswertung schildern.



