Freispruch für Deutschen nach Unfalltod einer 14-Jährigen in den Niederlanden
Freispruch für Deutschen nach Unfalltod in NL

Sechs Jahre nach dem Unfalltod einer 14-Jährigen in den Niederlanden ist der beteiligte deutsche Autofahrer freigesprochen worden. Das Bezirksgericht in Haarlem erklärte, der Mann trage keine Schuld an dem Zusammenstoß im Juli 2020. Die Jugendliche habe zum Zeitpunkt des Unfalls auf der Straße gelegen, und der Fahrer habe sie in der Dunkelheit nicht sehen können. Eine Unachtsamkeit sei ihm nicht vorzuwerfen.

Unfallhergang und Gerichtsentscheidung

Der Unfall ereignete sich auf der Deichstraße zwischen der ehemaligen Insel Marken und dem Festland nordöstlich von Amsterdam. Die 14-Jährige war nach einem Streit mit ihren Eltern von zu Hause weggelaufen. Ihre Leiche wurde am nächsten Morgen an der Böschung des Deichs gefunden. Der heute 33-jährige Deutsche gab an, er habe bemerkt, dass sein Auto über etwas hinwegrollte, habe aber angenommen, es sei ein Tier gewesen. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine Geldstrafe von 1500 Euro gegen den Mann verhängt, woraufhin die Eltern der Jugendlichen Berufung einlegten und einen Strafprozess forderten. In dem Prozess plädierte die Staatsanwaltschaft auf eine Haftstrafe von acht Wochen.

Keine Fahrerflucht und kein Fehlverhalten

Das Gericht wies auch den Vorwurf der Fahrerflucht zurück. Der Angeklagte habe zwar bemerkt, dass etwas unter dem Auto war, aber es habe keine hinreichenden Beweise gegeben, dass er wissentlich einen Menschen überfahren habe. Zudem stellte das Gericht fest, dass der Mann während der Fahrt für 2,5 Sekunden auf eine Navigationsapp geschaut habe – auf einer wenig befahrenen Straße ohne Rad- oder Fußweg sei dies nicht unangemessen lang. Er sei auch nicht schneller als die erlaubten 80 km/h gefahren. Die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete, dass die Eltern der Verstorbenen den Gerichtssaal noch während der Urteilsbegründung verließen. Der Fall hatte in den Niederlanden große Bestürzung ausgelöst.

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