Seit dem späten Freitagabend hält ein Mann eine Frau in einem Rewe-Supermarkt im Berliner Stadtteil Marienfelde als Geisel. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot, darunter das Spezialeinsatzkommando (SEK), vor Ort. Der Einsatz dauert an.
Hergang der Geiselnahme
Kurz nach 22 Uhr hatte der Täter die Frau in dem Markt in der Hildburghauser Straße, Ecke Tirschenreuther Ring, in seine Gewalt gebracht und bedroht, wie Polizeisprecher Stefan Petersen-Schümann erklärte. Ein 22-jähriger Mitarbeiter, der als Minijobber in der Filiale arbeitet, schilderte den Vorfall: Er habe die übrigen Kunden kurz vor Ladenschluss hinausschicken wollen, als ein Mann ein Messer zog. „Das Messer war schon sehr groß“, berichtete er. Er sei dann mit einer anderen Mitarbeiterin rausgelaufen und habe die Polizei gerufen. Die Geisel ist nach seinen Angaben eine Kollegin. „Sie war einfach am falschen Ort zum falschen Zeitpunkt“, sagte er.
Einsatz der Polizei
„Wir sind in Kontakt mit dem Mann“, sagte Polizeisprecher Petersen-Schümann am Samstagmorgen gegen 08:30 Uhr. Neben dem SEK seien auch speziell geschulte Beamte im Einsatz. Der Supermarkt ist großräumig abgesperrt, zahlreiche Polizeifahrzeuge, Rettungswagen und die Feuerwehr sind vor Ort. Am frühen Morgen stellten die Beamten eine Leiter ans Gebäude, um sich einen Blick in den Markt zu verschaffen, wie ein dpa-Reporter beobachtete. Die Hildburghauser Straße ist in unmittelbarer Nähe des Supermarkts in beide Richtungen gesperrt.
Reaktionen und Hintergrund
Einige Angestellte des Supermarkts, die sich zum Zeitpunkt des Vorfalls im Laden befanden, harrten am frühen Morgen hinter der Absperrung aus. Sie hatten dünne Stoffdecken umgelegt, die der Rettungsdienst bereitgestellt hatte. Laut Polizeisprecher waren sie gegen 8 Uhr nicht mehr vor Ort. Der 22-jährige Mitarbeiter zeigte sich schockiert: „Ich wünsche, dass alles gut ist, dass sie nicht verletzt ist, dass alles gut ausgeht.“ Die Polizei bestätigte die Schilderungen des Mitarbeiters auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur weder, noch dementierte sie sie. „Es ist ein laufender Einsatz“, hieß es.
Marienfelde liegt im Bezirk Tempelhof-Schöneberg am südlichen Rand Berlins. Es ist eine ruhige Wohngegend, geprägt von Einfamilienhäusern und mehrstöckigen Wohnbauten. In der Gegend befinden sich mehrere Schulen und Kindertagesstätten.



