Ein Gericht in Kolumbien hat die Beschlagnahmung des Hauses von Torwart-Legende René Higuita (59) angeordnet. Das Anwesen in einem gehobenen Viertel von Medellín soll mit Geldern des Drogenbosses Pablo Escobar (†44) finanziert worden sein. Die Richter sind überzeugt, dass Unterschriften gefälscht wurden, um die Herkunft des Geldes zu verschleiern. Das teilte das Gericht der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag mit.
Zwölfjährige Untersuchung deckt Geldwäsche auf
Der Ex-Nationaltorwart kam 1992 in den Besitz des Hauses. Eine zwölfjährige Untersuchung brachte ans Licht: Das Grundstück hatte zuvor mehrmals den Besitzer gewechselt. Unter anderem gehörte es einer Strohfirma von zwei Brüdern und Kartellmitgliedern. Diese wurden später auf Escobars Befehl im Gefängnis getötet. Escobar selbst starb ein Jahr nach der Eigentumsübertragung bei einem Schusswechsel mit der Polizei.
Higuita weist Vorwürfe zurück und geht in Berufung
Higuita weist die Vorwürfe zurück und sieht sich selbst als Opfer. Dem Sender „Blu Radio“ aus der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá erklärte er: „Man nannte mich Pablo Escobars Freund – und sie haben keine Ahnung, wie viele Probleme mir das bereitet hat.“ Der Torwart kündigte an, in Berufung zu gehen. Bis zu einer endgültigen Entscheidung darf er das Haus behalten.
Hintergrund: Higuitas Verbindungen zum Drogenmilieu
In Kolumbien wird Higuita „El Loco“ („Der Verrückte“) genannt – bekannt für seinen spektakulären „Skorpion-Kick“ bei einem Test gegen England 1995. 1993 hatte Higuita die Freilassung einer Tochter eines Drogenbosses vermittelt, die von Escobar entführt worden war. Für seine Dienste soll er damals Geld erhalten haben. Entsprechende Anklagen gegen ihn wurden später fallengelassen.



