Sohn von Mette-Marit: Thai-Curry und Scampi – Høibys Knast-Alltag
Høibys Knast-Alltag: Thai-Curry, Scampi und TV

Marius Borg Høiby, der 29-jährige Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, verbüßt derzeit eine vierjährige Haftstrafe in der Haftanstalt Ila bei Oslo. Nach seiner Verurteilung unter anderem wegen zweifacher Vergewaltigung muss er sich mit dem Gefängnisalltag arrangieren. Ein Bericht der norwegischen Zeitung „Dagbladet“ gibt nun Einblicke in sein Leben hinter Gittern.

Fußball-EM im Gemeinschaftsraum

Am Dienstagabend könnte Høiby gemeinsam mit anderen Insassen das Sechzehntelfinalspiel der norwegischen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste verfolgen. Jede Zelle in Norwegens angeblich sicherstem Gefängnis verfügt über einen TV-Anschluss. Wer lieber in Gesellschaft jubelt, kann den Gemeinschaftsraum nutzen, um die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft zu sehen.

Høiby wollte zu kranker Mutter

Noch am Tag der Urteilsverkündung beantragte Høiby, aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden, um bei seiner schwer kranken Mutter sein zu können. Kronprinzessin Mette-Marit leidet an Lungenfibrose und hatte sich kürzlich einer Lungentransplantation unterzogen. Das Gericht lehnte den Antrag jedoch ab. Laut „Dagbladet“ besuchte Høiby seine Mutter dennoch mehrfach im Krankenhaus, begleitet von der Polizei. Ein Mitarbeiter eines Vereins zur Wiedereingliederung ehemaliger Häftlinge sagte: „Man merkt, dass er bessere Bedingungen hat als andere. Soweit ich weiß, haben die Gefängnisse normalerweise keine Kapazität, damit sie einen Häftling zu einer kranken Mutter begleiten können.“

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Speiseplan: Thai-Curry und Scampi

Ein Blick auf den Speiseplan der vergangenen Woche zeigt, dass sich die Insassen über das Essen nicht beschweren können. Aufgetischt wurden unter anderem Thai-Curry mit Alaska-Seelachs und Jasminreis, Hähnchenfilet mit Kartoffeln und Gemüse, Pasta mit Scampi, Putengulasch, Wiener Würstchen oder Nackenkoteletts. Auch vegetarische Gerichte sowie laktose- und glutenfreie Varianten stehen zur Auswahl. Dies ist jedoch keine Sonderbehandlung, sondern mittlerweile Standard in vielen Gefängnissen – auch in Deutschland.

Freizeitmöglichkeiten und Berufung

Wie in anderen Haftanstalten üblich, können die etwa 125 Häftlinge in Ila den Fitnessraum oder die Bibliothek nutzen sowie in Werkstätten oder der gefängniseigenen Gärtnerei arbeiten. Bei längerer Haft ist sogar eine Ausbildung möglich. Høiby hofft jedoch, seine vier Jahre nicht vollständig absitzen zu müssen. Er hat Berufung gegen das Urteil vom 15. Juni eingelegt, sowohl gegen die Verurteilung wegen der zwei Vergewaltigungen als auch wegen Missbrauchs in einer früheren Beziehung.

Staatsanwaltschaft fordert höhere Strafe

Die Angelegenheit könnte für Høiby nach hinten losgehen. Die Osloer Staatsanwaltschaft strebt eine höhere Gefängnisstrafe an. Staatsanwalt Sturla Henriksbø will das Strafmaß anfechten, nicht jedoch Høibys Freispruch in zwei Punkten, die nach norwegischem Recht als Vergewaltigungen gelten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der 29-Jährige länger als vier Jahre hinter Gittern bleiben muss.

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