Nach Angriff auf Bahnmitarbeiter: Keine U-Haft für 36-Jährigen
Keine U-Haft für Angreifer von Bahnmitarbeiter

Nach einem mutmaßlichen Angriff auf einen DB-Sicherheitsmitarbeiter, der dabei aus einem fahrenden Zug stürzte und lebensgefährlich verletzt wurde, bleibt der tatverdächtige Fahrgast auf freiem Fuß. Das Amtsgericht lehnte den von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung ab, wie die Behörde am Abend mitteilte.

Vorbestrafter Tatverdächtiger wieder frei

Der 36-jährige Mann war vorläufig festgenommen worden, nachdem er am Freitagabend in einem Regionalzug in eine gewaltsame Auseinandersetzung mit einem 26 Jahre alten Sicherheitsmann der Deutschen Bahn verwickelt gewesen sein soll. Laut Staatsanwaltschaft ist der Tatverdächtige bereits wegen Gewaltdelikten vorbestraft und befand sich auf Bewährung. Bei dem Vorfall soll er betrunken gewesen sein.

Der Streit eskalierte im Rahmen einer Ticketkontrolle. Der Fahrgast habe seine Personalien nicht nennen und den Zug nicht verlassen wollen. Er soll den Sicherheitsmann mit Fäusten geschlagen und getreten haben. Beide Männer stießen mehrfach gegen die Zugtür, die dadurch unbemerkt beschädigt wurde und schließlich nachgab. Der Sicherheitsmitarbeiter stürzte durch den Spalt nach draußen und erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

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GDL fordert härtere Strafen

Nach dem brutalen Vorfall fordert die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) härtere rechtliche Konsequenzen. „Wir brauchen Entscheidungen der Justiz, wir brauchen Gesetzesänderungen und wir brauchen das Durchgriffsrecht“, sagte GDL-Bundesvorsitzender Mario Reiß im WDR. Es müsse jedem in Deutschland klar sein, „dass ein Angriff auf den Menschen geahndet wird und mit Folgen zu tun hat, die davor abschrecken, jemanden anzugreifen“.

Die Eskalation in Zügen habe eine „gewaltige“ Dimension erreicht. Viele Beschäftigte gingen inzwischen mit Angst zur Arbeit. Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit von Bahnpersonal und zur Effektivität von Haftbefehlen bei Gewaltdelikten auf.

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