Ein Dorffest im oberbayerischen Egling endete in der Nacht zum Sonntag blutig: Ein Unbekannter stach auf mehrere Besucher ein und verletzte einen 16-Jährigen schwer mit einem Messer. Die Polizei rückte mit rund 60 Beamten an, konnte den Täter jedoch nicht fassen. Der Angriff ereignete sich kurz vor Mitternacht auf dem Festgelände, wo etwa 700 Menschen feierten.
Ablauf der Tat
Gegen 23:45 Uhr wurde die Polizei alarmiert. Nach bisherigen Ermittlungen schlug der Täter zunächst einem 24-Jährigen unvermittelt gegen den Kopf. Als dieser zu Boden ging, bemerkte er, wie der Angreifer seinen 16-jährigen Freund mit einem Messer am Unterarm verletzte. Anschließend griff der Unbekannte weitere Festbesucher an. Insgesamt mussten acht Personen medizinisch versorgt und in umliegende Krankenhäuser gebracht werden. Die Behörden machten zunächst keine Angaben zur Zahl der Schwerverletzten; Medienberichten zufolge erlitten einige Opfer Knochenbrüche und wurden noch in der Nacht operiert.
Großeinsatz der Polizei
Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort: 60 Beamte, fünf Rettungswagen, zwei Notärzte, ein Rettungshubschrauber und eine Polizeidrohne. Die Feuerwehr Egling unterstützte mit 15 Einsatzkräften bei der Ausleuchtung und Verkehrslenkung. Als die ersten Kräfte eintrafen, sei die Lage unübersichtlich gewesen, die Stimmung aufgeheizt und teilweise aggressiv, teilte die Polizei mit. Bei der kontrollierten Räumung des Festes wurden mehrere Personen gefesselt oder in Gewahrsam genommen.
Fahndung und Hintergründe
Trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung konnte der Tatverdächtige nicht gefasst werden. Die Polizei wertet Videoaufnahmen aus und bittet Zeugen um Hinweise. Der Vorsitzende des Burschenvereins und Hauptorganisator Simon Raß zeigte sich gegenüber der Mediengruppe „Münchner Merkur“ schockiert: „Das ist immer so ein gemütliches Fest gewesen. Es ist sehr traurig, dass es so geendet hat.“ Die Stimmung sei am Abend zuvor gut gewesen. Die Ermittlungen dauern an.



