Offenburg: Rentner (75) sah Mord durch Küchenfenster
Offenburg: Rentner sah Mord durch Küchenfenster

Ein 75-jähriger Rentner in Offenburg wurde zum unfreiwilligen Augenzeugen eines Mordes. Durch sein Küchenfenster beobachtete er, wie ein 33-jähriger Mann seine Ex-Freundin am frühen Morgen auf einer Wohnstraße verfolgte und erschoss. Die Tat ereignete sich gegen 6:30 Uhr in der ruhigen Straße im Stadtteil Uffhofen.

Der Tathergang aus Sicht des Zeugen

Der Rentner, der namentlich nicht genannt werden möchte, schilderte gegenüber der Polizei, dass er beim Frühstück plötzlich laute Schreie hörte. „Ich sah aus dem Fenster und erkannte sofort, dass etwas Schreckliches passierte. Ein Mann rannte hinter einer Frau her, dann fiel ein Schuss“, sagte er. Die Frau brach auf dem Gehweg zusammen, der Täter flüchtete zu Fuß.

Nachbarn bestätigten, dass die Frau verzweifelt um Hilfe gerufen habe. „Es war ein furchtbarer Schrei, dann Stille“, berichtete eine Anwohnerin, die ebenfalls die Polizei alarmierte. Die Einsatzkräfte trafen kurz nach 6:45 Uhr ein, konnten aber nur noch den Tod der 31-jährigen Frau feststellen.

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Stalking-Vorwürfe gegen den Täter

Die Polizei Offenburg bestätigte, dass der 33-jährige Tatverdächtige bereits wegen Stalking gegen das Opfer bekannt war. „Es gab in den vergangenen Wochen mehrere Anzeigen wegen Nachstellung. Wir haben die Frau mehrfach beraten, aber eine Schutzanordnung wurde nicht erlassen“, sagte Polizeisprecherin Julia Meier. Die Ermittler prüfen nun, ob der Täter trotz der Anzeigen weiterhin Kontakt suchte.

Der mutmaßliche Mörder konnte am Nachmittag in einer Wohnung in der Innenstadt festgenommen werden. Er zeigte sich geständig und gab an, die Trennung nicht verkraftet zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl wegen Mordes beantragt.

Ermittlungen und Reaktionen

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht weitere Zeugen. Besonders bittet sie um Hinweise zu möglichen Drohungen oder Belästigungen in den Tagen vor der Tat. „Wir müssen klären, ob das Stalking eskaliert ist und ob die Behörden früher hätten eingreifen können“, so Meier.

Der Fall hat in Offenburg Betroffenheit ausgelöst. Oberbürgermeister Marco Steffens sprach den Angehörigen sein Beileid aus und versprach eine Aufarbeitung des Polizeieinsatzes. „Wir werden prüfen, ob die Schutzmaßnahmen für Stalking-Opfer verbessert werden müssen“, sagte er.

Die Leiche der Frau wurde obduziert. Das Ergebnis bestätigte die Todesursache: mehrere Schussverletzungen. Die Beisetzung soll im engsten Familienkreis stattfinden.

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