Palliativarzt gesteht Tötung von zwölf Patienten: Prozess geht weiter
Palliativarzt gesteht Tötung von zwölf Patienten

Der Mordprozess gegen einen 41-jährigen Palliativarzt wird heute um 9.30 Uhr vor dem Landgericht Berlin fortgesetzt, nachdem der Angeklagte am Donnerstag überraschend die Tötung von zwölf Patientinnen und Patienten gestanden hatte. Der 55. Prozesstag ist für die Anhörung des psychiatrischen Sachverständigen vorgesehen, der die Persönlichkeit und Schuldfähigkeit des Mediziners bewerten soll.

Geständnis und offene Fragen

Der promovierte Mediziner hatte bis kurz vor dem Prozessende geschwiegen, bevor er die Taten einräumte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus Heimtücke und sonstigen niedrigen Beweggründen in 15 Fällen vor. In einigen Fällen soll der Arzt Brände gelegt haben, um die Taten zu vertuschen. Das Gericht wird zunächst die Erklärung des Angeklagten hinterfragen, bevor das psychiatrische Gutachten präsentiert wird. Ob im Anschluss die Plädoyers beginnen, ist noch offen.

Hintergrund des Falls

Der Palliativarzt steht seit Juli 2025 vor Gericht. Er wurde Anfang August 2024 verhaftet und befindet sich seither in Untersuchungshaft. Die Anklage umfasst zunächst 15 Fälle im Zeitraum von September 2021 bis Juli 2024 in Berlin. Parallel zu dem laufenden Verfahren ermitteln die Behörden laut Staatsanwaltschaft in weiteren 76 Fällen. Der Fall hat bundesweit für Aufsehen gesorgt, da der Arzt in der Palliativmedizin tätig war und das Vertrauensverhältnis zu seinen Patienten ausgenutzt haben soll.

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Bedeutung des psychiatrischen Gutachtens

Das Gutachten der psychiatrischen Sachverständigen ist entscheidend für die Beurteilung der Schuldfähigkeit des Angeklagten. Es soll Aufschluss über seine Persönlichkeitsstruktur und mögliche psychische Störungen geben. Sollte der Arzt als vermindert schuldfähig oder schuldunfähig eingestuft werden, könnte dies Auswirkungen auf das Strafmaß haben. Die Staatsanwaltschaft geht von einer vorsätzlichen und heimtückischen Tötungsweise aus, was auf eine hohe kriminelle Energie hindeutet.

Weitere Ermittlungen und Prozessverlauf

Neben den 15 angeklagten Fällen werden derzeit 76 weitere Todesfälle untersucht, bei denen ein Zusammenhang mit dem Arzt vermutet wird. Die Ermittlungen laufen parallel zum Prozess. Der Angeklagte hatte in seinem Geständnis eingeräumt, die Patienten getötet zu haben, um ihnen Leid zu ersparen – eine Rechtfertigung, die die Staatsanwaltschaft als vorgeschoben ansieht. Der Prozess wird voraussichtlich in den kommenden Wochen mit den Plädoyers und dem Urteil fortgesetzt.

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