Ein 42-jähriger Polizist steht seit Dienstag vor dem Landgericht Berlin, weil er an einem Überfall auf einen privaten Autokäufer beteiligt gewesen sein soll. Der Beamte, der seit 2021 wegen eines anderen Verfahrens vom Dienst suspendiert ist, muss sich wegen schweren räuberischen Diebstahls, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und vorsätzlicher Körperverletzung verantworten. Die Anklage wirft ihm vor, gemeinsam mit einem Komplizen 71.000 Euro erbeutet zu haben.
„Ich sollte mich als Polizist ausgeben“
Vor Gericht räumte der Angeklagte Gerry C. ein, sich als im Dienst befindlicher Polizist ausgegeben zu haben. „Eine Person hatte mich überredet“, sagte er. „Ich sollte mich als im Dienst stehender Polizist ausgegeben, um Geld zu stehlen.“ Dafür seien ihm 10.000 Euro versprochen worden. Der Beamte war zuletzt mit Kleinkriminellen befasst, jedoch liegt das lange zurück: Seit 2021 ist ihm die Dienstausübung wegen eines anderen Strafverfahrens untersagt – bei vollen Bezügen.
Der Überfall auf dem Parkplatz
Am 16. Januar 2026 soll ein Bekannter, den C. nicht benennen wollte, ihn angerufen und abgeholt haben. „Wir nehmen das Geld und gehen“, habe der Komplize gesagt. Das Ziel war ein privater Autokauf: Ein Lamborghini Aventador Coupé mit 700 PS wurde im Internet für 189.000 Euro angeboten. Ein Autohändler aus Polen hatte Interesse und wollte 68.000 Euro in bar anzahlen. Man traf sich auf einem Parkplatz in Berlin-Reinickendorf. Der Händler kam mit zwei Begleitern in einem Transporter.
Als die Scheine im Auto des Händlers gezählt werden sollten, tauchten zwei schwarz gekleidete Männer auf – mit Polizei-Weste, Handfesseln und einer Softair-Pistole. „Es besteht der Verdacht dubioser Geschäfte, das Geld wird beschlagnahmt“, soll C. erklärt haben. Sein Mittäter nahm das Geld, steckte auch 3000 Euro ein, die sie im Transporter fanden. Der Händler und seine Begleiter verlangten jedoch eine Quittung. „Darauf waren wir nicht vorbereitet“, sagte C.
Flucht und Festnahme
Die Täter sprangen in ihren Wagen und flohen. Der Käufer und seine Begleiter verfolgten sie bis in eine Sackgasse. „Mein Mittäter fuhr einem der Männer über den Fuß, griff sich dann das Geld, rannte weg“, schilderte der Angeklagte. Auch der Verkäufer verschwand. C. wurde von seinen Kollegen abgeführt. Warum er sich überreden ließ, ließ er offen: „Dazu möchte ich mich nicht äußern.“



