Ausschreitungen in der 2. Liga: Prozess wegen versuchten Mordes
Wegen versuchten Mordes an einem Polizisten muss sich ein Fan des 1. FC Magdeburg demnächst vor dem Landgericht Magdeburg verantworten. Der Prozess gegen den 29-Jährigen aus Aschersleben (Salzlandkreis) beginnt in der kommenden Woche. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten niedrige Beweggründe vor.
Hintergrund der Ausschreitungen
Am 27. Januar 2025 war es beim Zweitligaspiel zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden zu schweren Ausschreitungen gekommen. In der Halbzeitpause sollen Anhänger aus Magdeburg Polizisten im Stadionumlauf angegriffen haben. Der Angeklagte soll dabei eine führende Rolle gespielt haben. Laut Gericht soll er einen 15 Kilogramm schweren Pflasterstein mit voller Kraft auf die Polizisten geworfen haben.
Der Mann war Ende Januar festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Zu den Vorwürfen habe er sich im Ermittlungsverfahren nicht geäußert, teilte das Gericht mit.
Folgen und weitere Vorwürfe
Bei den Ausschreitungen wurden insgesamt mehr als 70 Polizisten verletzt. Neben versuchten Mordes wird dem Mann auch schwerer Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte vorgeworfen. Insgesamt sind 14 Verhandlungstermine angesetzt. Das Gericht erwartet, dass der Prozess mehrere Wochen dauern wird.
Die Vorfälle hatten bundesweit für Entsetzen gesorgt und eine Debatte über Sicherheit in Fußballstadien ausgelöst. Der 1. FC Magdeburg hatte sich nach den Ausschreitungen von den Tätern distanziert und angekündigt, die Aufklärung zu unterstützen.



