Im Prozess um eines der größten illegalen Waffenlager Deutschlands hat ein Angeklagter ein Geständnis abgelegt. „Mein Mandant räumt die Vorwürfe ein. Die Anklage ist insoweit zutreffend“, erklärte der Verteidiger eines 35-Jährigen am Montag beim Auftakt vor dem Landgericht Wuppertal. Die Staatsanwaltschaft wirft drei Männern im Alter von 35, 38 und 60 Jahren Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz vor. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft.
Fund mit Sprengkraft: 300 Waffen und 100.000 Schuss Munition
Im Oktober vergangenen Jahres waren Ermittler bei einer Durchsuchung in einer Remscheider Werkstatt auf ein verstecktes Waffenarsenal gestoßen. Hinter einer Art privatem Waffenmuseum fanden sie Geheimtüren, versteckte Räume und verborgene Schließmechanismen. In Hohlräumen von Türrahmen war Munition deponiert. Insgesamt stellten die Beamten rund 300 scharfe Schusswaffen sicher, darunter 125 Maschinengewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen, 32 Langwaffen, 11 Revolver und 13 Panzerabwehrwaffen. Zudem wurden 38 Handgranaten und fast 100.000 Schuss Munition beschlagnahmt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen der größten Funde von Kriegswaffen in Deutschland seit Jahrzehnten.
Weitere Geständnisse möglich
Der Verteidiger des 38-jährigen Angeklagten erklärte, sein Mandant sei „grundsätzlich aussagebereit“. Ob auch der 60-jährige Hauptangeklagte ein Geständnis ablegen wird, blieb zunächst offen. Der Prozess ist bis zum 23. September mit zehn Verhandlungstagen angesetzt. Die Ermittlungen hatten ergeben, dass das Trio illegal mit Kriegswaffen handelte. Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert sagte vor Prozessbeginn, die Ermittler hätten einen Zeugen in Polen gefunden, der den umfangreichen Handel bestätige. Verdeckte Ermittler waren den Beschuldigten auf die Spur gekommen, nachdem sie über einen Mittelsmann einen illegalen Waffenkauf eingefädelt hatten.
Tagelanger Einsatz von 200 Kräften
Der Fund des Waffenlagers hatte im Oktober 2025 bundesweit für Aufsehen gesorgt. Rund 200 Einsatzkräfte waren tagelang in einem Gebäudekomplex in der Remscheider Innenstadt im Einsatz und stießen immer wieder auf neue Waffen und Munition. Die Polizei hatte damals erklärt, mit dem Arsenal hätte „eine gesamte Kompanie ausgestattet werden können“. Der Abtransport der Waffen dauerte mehrere Tage.



