Ein halbes Jahr nach dem tagelangen Stromausfall im Südwesten Berlins sind die Ermittlungen noch immer nicht abgeschlossen. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe machte auf Anfrage keine weiteren Angaben zum Stand der Ermittlungen. Die Behörde hatte die Ermittlungen am 3. Januar übernommen, da von einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke durch Linksextremisten ausgegangen wird.
Millionenbelohnung ohne Fahndungserfolg
Um Hinweise zu den Tätern zu erhalten, hatten die Ermittler eine Belohnung von einer Million Euro ausgelobt. Die Frist dafür lief Ende Februar aus. Ein Fahndungserfolg der Polizei ist bislang nicht bekannt. Zwar gingen Hinweise in dreistelliger Zahl ein, doch viele waren laut Bundesanwaltschaft unbrauchbar. Noch sind nicht alle Hinweise ausgewertet.
Vulkangruppe im Visier der Ermittler
Die Tat wird sogenannten Vulkangruppen angelastet, gegen die die Bundesanwaltschaft auch wegen anderer Sabotageaktionen ermittelt. Generalbundesanwalt Jens Rommel erklärte beim Jahrespressegespräch vor rund zwei Wochen: „Bislang können wir nicht eindeutig sagen, ob es sich um eine fest umrissene Gruppe handelt oder um eine Art Label, unter dem sich unterschiedliche 'Vulkangruppen' für Einzelaktionen zusammenfinden.“
Schwierige Aufklärung der Taten
Aus Sicht der Bundesanwaltschaft gestaltet sich die Aufklärung der Taten schwierig. Rommel betonte, dass die Infrastruktur in Deutschland eine breite Angriffsfläche biete, bei der mit recht geringem Aufwand ein hoher Schaden angerichtet werden könne. „Zudem gehen die Täter konspirativ vor und ihr Vorgehen hinterlässt nur wenige Spuren.“
Stromausfall mit historischen Ausmaßen
Am 3. Januar war es im Südwesten Berlins nach dem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke zum bislang längsten Stromausfall der Nachkriegsgeschichte gekommen. Rund 100.000 Menschen in 45.000 Haushalten und mehr als 2.000 Gewerbebetriebe waren teils tagelang ohne Strom und damit oft auch ohne Heizung. Am 7. Januar war die Stromversorgung wieder für alle hergestellt.



