Tagesvater in Stuttgart wegen Kindesmissbrauchs in 45 Fällen verurteilt
Tagesvater wegen Kindesmissbrauchs in 45 Fällen verurteilt

Das Landgericht Stuttgart hat einen 53-jährigen ehemaligen Tagesvater aus dem Rems-Murr-Kreis wegen sexuellen Missbrauchs von ihm anvertrauten Kindern zu einer Haftstrafe von neun Jahren und sechs Monaten verurteilt. Zudem ordnete das Gericht Sicherungsverwahrung nach Verbüßung der Haftstrafe an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Geständnis am ersten Prozesstag

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe bereits am ersten Verhandlungstag eingeräumt. „Alles, was mir vorgeworfen wird, stimmt“, sagte der ehemalige Tagesvater vor Gericht. Er fügte hinzu: „Das, was ich den Kindern angetan habe, kann ich nicht mehr gutmachen.“ Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann insgesamt 45 Fälle vor.

Laut Anklage soll der Mann seit 2020 in zahlreichen Fällen sexuelle Handlungen an oder vor den von ihm betreuten Mädchen und Jungen vorgenommen haben. Auch soll er die Kinder aufgefordert haben, sexuelle Handlungen an ihm zu vollziehen. Die Opfer waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwischen 0 und 12 Jahre alt, überwiegend jedoch Kleinkinder.

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Missbrauchsdarstellungen und Mitwisserschaft

Der 53-Jährige soll zudem Bilder und Videos mit Missbrauchsdarstellungen von Kindern erstellt, besessen und geteilt haben. Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass er nichts unternahm, als sein eigener Sohn die Kinder in mehreren Fällen ebenfalls missbrauchte. Der Sohn wird gesondert verfolgt. Die Ermittlungen dauern nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft an.

Die Fahnder waren dem Mann durch Untersuchungen bayerischer Strafverfolgungsbehörden auf die Spur gekommen. Er soll über ein Netzwerk Missbrauchsdarstellungen von Kindern getauscht haben. Das Gericht wertete die Taten als besonders schweren sexuellen Missbrauch und ordnete die Sicherungsverwahrung an, um die Allgemeinheit vor dem Täter zu schützen.

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