Die Universität Trier trauert erneut: Nur wenige Tage nach dem gewaltsamen Tod eines 22-jährigen Studenten ist eine 29-jährige Studentin tot in ihrer Wohnung aufgefunden worden. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus. Die Ermittlungen zu beiden Fällen laufen auf Hochtouren.
Zweiter Todesfall innerhalb weniger Tage
Am Sonntag entdeckten Polizisten die 29-Jährige leblos in ihrer Wohnung in Trier. Die Verletzungen deuten nach Angaben der Polizei auf ein Tötungsdelikt hin. Die junge Frau war zuvor von ihrer Mutter als vermisst gemeldet worden. „Die Ermittlungen sind nach wie vor sehr umfangreich“, sagte eine Polizeisprecherin. Details zu möglichen Tatverdächtigen oder zum Tathergang wurden bislang nicht bekannt gegeben.
Erst am vergangenen Mittwoch war ein 22-jähriger Student in der Nähe des Universitätsgeländes erstochen worden. Der Tatverdächtige, ein gleichaltriger Afghane, wurde in der geschlossenen forensischen Psychiatrie untergebracht. Die beiden Taten versetzen die Moselstadt in Schockstarre.
Stadt und Universität zeigen Anteilnahme
Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) zeigte sich tief betroffen: „Diese Taten treffen uns in Trier mit voller Wucht und erschüttern die ganze Stadt. Die Gewalt macht fassungslos, traurig und auch wütend.“ Er sprach den Angehörigen und Freunden sein Mitgefühl aus. „Zwei junge Studierende, die ihr Leben noch vor sich hatten, wurden grausam ums Leben gebracht und ihre Eltern, Freunde und Familien von heute auf morgen in tiefstes Leid gestürzt.“
Die Universität Trier veröffentlichte auf ihrer Internetseite ein Statement: „Die Nachricht vom Tod einer Studentin erfüllt uns mit tiefer Trauer und großer Fassungslosigkeit.“ Gerade jetzt sei es wichtig, als Gemeinschaft zusammenzuhalten. Für Donnerstag um 12 Uhr ist eine Gedenkveranstaltung für die 29-Jährige in der Kapelle auf dem Campus II der Universität geplant. Ab Mittwoch liegen an der Universität Kondolenzbücher aus. Auch im Foyer des Bürgeramtes am Viehmarkt können sich Bürger ab Mittwoch (13.30 Uhr) in ein Kondolenzbuch der Universität eintragen. Die Stadt betonte, dies solle ein Zeichen der Solidarität, Verbundenheit und Anteilnahme der Stadtgesellschaft mit der Gemeinschaft der Universität Trier und den Angehörigen der beiden Opfer sein.
Bundesinnenminister bekräftigt Abschiebepläne
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) äußerte sich nach dem tödlichen Angriff auf den Studenten zur Abschiebepolitik. „Ich halte das nach wie vor für eine zwingend notwendige Maßnahme und werde auch nicht lockerlassen, diese Abschiebungen auch in diese Länder wie Afghanistan weiter zu forcieren“, sagte er vor Journalisten in Berlin. Die Gesellschaft habe ein Anrecht darauf, dass Straftäter außer Landes geschafft würden.
Die Universität Trier und die Stadt rufen zur Besonnenheit auf. Die Ermittlungen zu beiden Taten dauern an.



