Kandinsky-Schüler-Wandbild an Bauhaus-Uni mit Sprühkleber beschädigt
Wandbild an Bauhaus-Uni beschädigt

In der Bauhaus-Universität Weimar ist eine historische Wandmalerei des Künstlers Herbert Bayer, einem Schüler von Wassily Kandinsky, mutwillig beschädigt worden. Die Täter brachten in der Nacht vom 2. auf den 3. Juli mit Sprühkleber eine Lebensmitteltüte auf dem Kunstwerk an. Beim späteren Entfernen der Verpackung wurde die Farbschicht erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Die Polizei beziffert den entstandenen Schaden auf 10.000 bis 14.000 Euro.

Werk „Quadrat“ aus dem Jahr 1923 betroffen

Bei dem beschädigten Werk handelt es sich um das Wandbild „Quadrat“ von Herbert Bayer, das anlässlich der großen Bauhaus-Ausstellung im Jahr 1923 entstand. Es ist Teil eines dreiteiligen Ensembles im Nebentreppenhaus des Hauptgebäudes der Universität. Die weiteren Werke „Kreis“ und „Dreieck“ auf anderen Etagen blieben unversehrt. Die drei geometrischen Grundformen wurden von Bauhaus-Gründer Walter Gropius als verbindendes Thema für die Gestaltung des Hauptgebäudes vorgegeben.

Historische Bedeutung und Restaurierung

Herbert Bayer studierte von 1921 bis 1925 am Bauhaus in Weimar. Seine Wandmalereien gelten als bedeutende Zeugnisse der Bauhaus-Kunst. Im Jahr 1976 wurden die Werke von Werner Claus rekonstruiert. Die Kriminalpolizei hat Spuren gesichert, die derzeit ausgewertet werden. Die Universität und die Polizei bitten Zeugen, die in der besagten Nacht verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich zu melden.

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