Das Landgericht Berlin hat einen 31-jährigen Mann wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren verurteilt. Der Angeklagte Rafiullah S., ein afghanischer Staatsangehöriger, hatte am 31. Januar in einer Wohnung in Berlin-Mahlsdorf einen 21-jährigen Landsmann mit einem Küchenmesser getötet. Die Tat ereignete sich in den frühen Morgenstunden während eines Kartenspiels.
Tathergang und Urteil
Laut Gericht stach der Angeklagte dem Opfer „ohne erkennbaren Anlass“ ein 30 Zentimeter langes Messer in den Hals und in die Brust. Der 21-Jährige erlitt schwerste Stich- und Schnittverletzungen und verblutete noch am Tatort. Das Motiv für die Tat konnte im Prozess nicht geklärt werden, wie eine Sprecherin der Strafgerichte mitteilte.
Strafschärfende Faktoren
Bei der Strafzumessung berücksichtigte das Gericht neben der Brutalität der Tat auch die schweren psychischen Folgen für die anderen Gäste, die mit dem Angeklagten und dem Opfer zusammen aßen und Karten spielten. Diese seien als strafverschärfend bewertet worden, so die Sprecherin. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; die Verteidigung kann Revision einlegen.
Hintergrund der Tat
Der Angeklagte und das Opfer waren Landsleute und kannten sich flüchtig. Die Gruppe traf sich regelmäßig in der Wohnung eines Freundes, um Karten zu spielen. In der Tatnacht eskalierte die Situation plötzlich. Die Staatsanwaltschaft hatte eine höhere Strafe gefordert, während die Verteidigung auf eine geringere Strafe plädierte. Das Gericht folgte mit zwölf Jahren dem Antrag der Anklage im mittleren Bereich.
Reaktionen und Ausblick
Der Vorsitzende Richter betonte in der Urteilsbegründung, dass es sich um eine „völlig sinnlose Tat“ handele. Die Hinterbliebenen des Opfers zeigten sich erschüttert. Der Fall hatte in Berlin für Aufsehen gesorgt, da Messerangriffe in der Hauptstadt in den letzten Jahren zugenommen haben. Die Polizei registrierte 2024 einen Anstieg der Gewaltkriminalität mit Messern um rund 15 Prozent.



