Das französische Parlament hat mit großer Mehrheit ein Gesetz verabschiedet, das sozialen Medien wie TikTok und Instagram für Kinder unter 15 Jahren verbietet. Damit ist Frankreich das erste EU-Land, das ein solches Verbot einführt. Das Gesetz soll nach den Sommerferien in Kraft treten, wie die Funke Mediengruppe berichtet.
Hintergrund des Verbots
Die französische Regierung begründet das Verbot mit dem Schutz von Kindern vor schädlichen Inhalten und exzessiver Nutzung. Laut einer Studie des französischen Gesundheitsministeriums verbringen Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren durchschnittlich drei Stunden täglich auf sozialen Plattformen. Dies führe zu Konzentrationsproblemen, Schlafmangel und sozialer Isolation. Das Gesetz sieht vor, dass soziale Netzwerke die Altersverifikation ihrer Nutzer verschärfen müssen. Bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen von bis zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Umsetzung und Kontrolle
Die Umsetzung des Verbots obliegt der französischen Medienaufsicht. Sie soll sicherstellen, dass Plattformen wie Meta (Facebook, Instagram), TikTok und Snapchat keine Profile von Minderjährigen unter 15 Jahren zulassen. Eltern können zudem verlangen, dass bestehende Profile ihrer Kinder gelöscht werden. Die französische Bildungsministerin betonte: „Wir müssen unsere Kinder vor den Gefahren der sozialen Medien schützen. Dieses Gesetz ist ein historischer Schritt für den Kinderschutz in Europa.“
Reaktionen und Ausblick
Während Kinder- und Jugendorganisationen das Gesetz begrüßen, kritisieren Digitalverbände die Maßnahme als zu restriktiv. Sie befürchten, dass Jugendliche auf nicht regulierte Plattformen ausweichen könnten. Die französische Regierung plant, das Gesetz nach einem Jahr zu evaluieren und gegebenenfalls anzupassen. Ob andere EU-Länder dem Beispiel Frankreichs folgen werden, bleibt abzuwarten. Die EU-Kommission beobachtet die Entwicklung mit Interesse.



