Halle: Freibad verlangt Deutschkenntnisse für Einlass – Sicherheitsregel sorgt für Aufruhr
Freibad in Halle verlangt Deutschkenntnisse für Einlass

Im Heidebad in Halle (Sachsen-Anhalt) herrscht eine neue Regel: Wer kein Deutsch versteht, darf nicht hinein. Pächter Mathias Nobel (46) hat die Maßnahme ergriffen, nachdem wiederholt Badegäste die Lautsprecherdurchsagen und die Badeordnung ignoriert hatten. Der See ist 13 Meter tief und hat eine fast senkrechte Uferkante – ein hohes Sicherheitsrisiko, so Nobel.

Konkreter Vorfall als Auslöser

Am Sonntagabend gegen 20 Uhr entdeckte Nobel ein Kind, das ohne Schwimmhilfe in tiefen Bereichen spielte. Die Eltern reagierten nicht auf seine Ansprache und konnten ihn aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse nicht verstehen. Nobel holte das Kind selbst aus dem Wasser. „Die Eltern zeigten Unverständnis, aber es geht um die Vermeidung tödlicher Badeunfälle“, erklärt er. Der See ist ein geflutetes Tagebaurestloch mit 12,5 Hektar Fläche.

Regel gilt für Gruppen und Einzelpersonen

Das Kassenpersonal weist Gäste ab, wenn Verständigungsprobleme auftreten. Nobel betont: „Wenn man die Haus- und Badeordnung nicht lesen und nicht verstehen kann, kann ich Gäste, die nicht Deutsch sprechen, aus Sicherheitsgründen nicht mehr hereinlassen.“ Bei Gruppen reicht es, wenn mindestens eine Person ausreichend Deutsch spricht. „Andere Freibäder in Halle erteilen Hausverbot, wir klären das im Vorfeld“, so Nobel.

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Kritik und Hassnachrichten

Seit Bekanntwerden der Regel erhält Nobel zahlreiche Hassnachrichten per E-Mail und WhatsApp. Er werde als Rassist beschimpft, und man drohe mit Klagen. „Dabei weiß jeder, dass ich das komplette Gegenteil bin, überaus ausländerfreundlich“, verteidigt er sich. Auch deutsche Gäste würden abgewiesen, wenn sie für ihre Kleinkinder keine Schwimmhilfen dabeihaben. Der Unterschied sei, dass bei Deutschen keine Sprachbarriere bestehe und sie die Erklärungen akzeptierten.

Unterstützung von Badegästen

Larissa Merbach (34), Mutter einer dreijährigen Tochter, zeigt Verständnis: „Es ist richtig, dass das Freibad darauf pocht, dass die Gäste die Regeln auch verstehen.“ DLRG-Rettungsschwimmer Lars Deckert (54) ergänzt: „Wir können bei bis zu 2000 Badegästen nicht die Aufsicht für Kinder übernehmen.“

Preise und Hintergrund

Das Heidebad im Stadtteil Nietleben von Halle (226.000 Einwohner) ist ein beliebtes Freibad. Tagestickets kosten für Kinder bis 4 Jahre nichts, für Kinder von 5 bis 14 Jahren 5 Euro, für Schüler und Studenten 6 Euro, für Erwachsene 7 Euro. Der See ist ein ehemaliges Braunkohle-Restloch aus dem Ammendorfer Revier. Neben dem bewachten Freibad gibt es zahlreiche illegale Badestellen.

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