Ein verheerender Brand hat am Freitag, den 19. Juni, das Strandresort Viva Dominicus Beach im dominikanischen Küstenort Bayahibe heimgesucht. Eine 46-jährige italienische Touristin kam ums Leben, rund 1700 Gäste wurden nach Angaben der dominikanischen Katastrophenschutzbehörde COE evakuiert. Das Feuer brach gegen 10:45 Uhr aus und breitete sich rasch über weite Teile der Anlage aus.
Feuer breitet sich schnell aus – 15 Feuerwehreinheiten im Einsatz
Videos auf der Plattform X zeigen, wie Flammen durch Teile des Resorts schlagen, Strohschirme am Strand Feuer fangen und schwarze Rauchwolken über das Gelände ziehen. Die Feuerwehr rückte mit 15 Einheiten an, wie das Außenministerium der Dominikanischen Republik dem US-Sender „ABC News“ mitteilte. Einsatzkräfte aus La Romana hatten anfangs Mühe, die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Der Brand wurde durch leicht entzündliche Bauteile aus Palmblättern und die windigen Wetterbedingungen begünstigt, erklärte Juan Manuel Méndez, Leiter der Katastrophenschutzbehörde. Die genaue Ursache wird noch untersucht.
Rauchwolke wird zur tödlichen Gefahr
Viele Gäste suchten Schutz am Strand, doch auch dort war die Gefahr nicht gebannt. Eine Rauchwolke zog über den Sand und Richtung Wasser. Die italienische Urlauberin, Mutter zweier Töchter, verlor Berichten zufolge das Bewusstsein, nachdem sie Kohlenmonoxid eingeatmet hatte. Das giftige Gas ist besonders tückisch, da es weder sichtbar noch riechbar ist. Sie wurde mit einem Privatwagen in ein Krankenhaus gebracht, wo sie wenig später starb, wie der dominikanische Rettungsdienst DAEH mitteilte.
Mindestens zehn weitere Menschen mussten medizinisch versorgt werden. Drei Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht, sieben konnten vor Ort behandelt werden. Unter den Betroffenen waren Gäste, Besucher und Einsatzkräfte. Offizielle Angaben zu den Nationalitäten aller betroffenen Touristen lagen zunächst nicht vor. Medienberichten zufolge hielten sich unter anderem Gäste aus Italien, Frankreich und Argentinien in dem Resort auf.
Augenzeuge berichtet: Kein Alarm ausgelöst
Ein italienischer Augenzeuge schilderte gegenüber dem Sender Rai News, dass die Evakuierung in den ersten Minuten vor allem von den Gästen selbst getragen wurde. „Wir haben uns gegenseitig geholfen“, sagte er. Ein Alarm sei nach seiner Darstellung nicht ausgelöst worden. Er und seine Freunde seien von Bungalow zu Bungalow gegangen, hätten an Türen geklopft und andere Gäste geweckt. Einen klar erkennbaren Evakuierungsplan habe er nicht wahrgenommen. Viele hätten in diesen Minuten nicht gewusst, wohin sie gehen sollten. Nach Darstellung des Zeugen soll das Feuer in der Kantine ausgebrochen sein, wo es nur zwei Fluchtwege gegeben habe. Die Behörden prüfen weiter die Brandursache und die Abläufe der Evakuierung.
Das benachbarte Schwesterhotel Dominicus Palace von Viva Wyndham blieb nach Angaben der Behörden unbeschädigt und setzte seinen Betrieb fort. Die dominikanische Regierung entsandte den Zivilschutzchef sowie zwei Minister an den Brandort. Der Großbrand trifft das Land wenige Monate nach einer anderen Katastrophe: Im April 2025 war in Santo Domingo das Dach einer Diskothek eingestürzt; 235 Menschen starben. Auch deshalb steht nun erneut die Frage im Raum, wie gut öffentliche und touristische Orte in der Dominikanischen Republik auf Notfälle vorbereitet sind.



