Russische Kriegsdienstverweigerer in Deutschland: Schutz nicht garantiert
Russische Kriegsdienstverweigerer: Schutz in Deutschland oft versagt

Als Juri im September 2022 in Berlin ankommt, beginnt er langsam zu ahnen, dass aus dem geplanten Urlaub mehr werden könnte. Es ist ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn. Die russische Armee wird in der Ukraine Kilometer um Kilometer zurückgedrängt. In dieser zunehmend verzweifelten Lage entschließt sich Wladimir Putin zur Eskalation – und gibt den Befehl, der für Juri und Tausende andere junge Russen alles verändert: die Mobilmachung.

Scholz‘ Versprechen und die Realität

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte 2022 den Eindruck erweckt, dass Kriegsdienstverweigerer aus Russland in Deutschland Schutz erhalten. Doch Juris Erfahrung zeigt: So einfach ist es nicht. Wer sich weigert, in der Ukraine zu kämpfen, und nach Deutschland flieht, steht vor bürokratischen Hürden und ungewisser Zukunft.

Juris Weg nach Deutschland

Juri, der seinen vollständigen Namen aus Sicherheitsgründen nicht nennen möchte, reiste zunächst als Tourist ein. Doch schnell wurde klar, dass eine Rückkehr nach Russland für ihn lebensgefährlich wäre. „Ich will niemanden töten. Ist das zu viel verlangt?“, fragt er. In Deutschland beantragte er Asyl, doch die Behörden zögern. Viele russische Kriegsdienstverweigerer erhalten nur eine Duldung, keinen dauerhaften Schutz.

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Die rechtliche Lage

Deutschland gewährt Kriegsdienstverweigerern aus Russland nicht automatisch Asyl. Sie müssen nachweisen, dass ihnen bei Rückkehr Verfolgung droht. Die Anerkennungsquote ist niedrig. Viele leben in Unsicherheit, ohne Arbeitserlaubnis und mit der ständigen Angst vor Abschiebung.

Juris Geschichte steht stellvertretend für Tausende. Er kämpft nun in Deutschland um ein Leben in Frieden – und um das Recht, den Kriegsdienst zu verweigern.

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