Der Bezirk Spandau investiert mehr als sechs Millionen Euro in die Sanierung und touristische Aufwertung des Gutsparks Neukladow. Das historische Gutshaus am Havelufer soll künftig ein Museumscafé beherbergen, wie Bezirksreporterin Florentine Lippmann berichtet. Der Baustart für das Projekt ist erfolgt, doch nicht alle Wünsche der Anwohner und Planer können realisiert werden.
Sanierung des Gutshauses und neues Museumscafé
Das denkmalgeschützte Gutshaus aus dem 18. Jahrhundert steht im Mittelpunkt der Arbeiten. Nach der Sanierung soll dort ein Museumscafé einziehen, das die Geschichte des Ortes präsentiert und gleichzeitig als gastronomischer Anlaufpunkt für Besucher dient. Die Bauarbeiten umfassen die Instandsetzung der Bausubstanz sowie die Schaffung von barrierefreien Zugängen. Laut Bezirksamt Spandau sind für das Gesamtprojekt rund 6,2 Millionen Euro veranschlagt, die aus Landes- und Bezirksmitteln stammen.
Neue Wege und Aufenthaltsqualität am Havelufer
Neben dem Gutshaus wird auch die Außenanlage des Parks neu gestaltet. Geplant sind neue Wegeverbindungen, die den Park besser mit dem Haveluferweg verknüpfen, sowie Sitzgelegenheiten und Aussichtspunkte. „Der Gutspark soll ein attraktives Ziel für Spaziergänger und Radfahrer werden und die touristische Anbindung an die Havelregion stärken“, erklärte eine Sprecherin des Bezirks. Die Arbeiten sollen bis Ende 2027 abgeschlossen sein.
Nicht alle Wünsche werden erfüllt
Trotz der hohen Investitionen können nicht alle geplanten Maßnahmen umgesetzt werden. Ursprünglich war unter anderem ein größerer gastronomischer Betrieb im Gutshaus vorgesehen, der jedoch aus Kostengründen und Denkmalschutzauflagen gestrichen wurde. Auch eine geplante Terrasse mit direktem Havelblick musste aufgrund von Hochwasserschutzbestimmungen verkleinert werden. „Wir müssen Kompromisse machen, aber das Ergebnis wird den Park deutlich aufwerten“, so die Sprecherin weiter.
Bedeutung für den Tourismus in Spandau
Der Gutspark Neukladow liegt direkt an der Havel und ist Teil des touristischen Entwicklungsprogramms für den Berliner Westen. Die Investition soll die Attraktivität des Bezirks für Besucher steigern und die lokale Wirtschaft fördern. Bereits jetzt ist der Park ein beliebtes Ausflugsziel, insbesondere für Familien und Naturliebhaber. Mit dem Museumscafé und den neuen Wegen soll er zu einem noch wichtigeren Anlaufpunkt werden.
Kritik und Zustimmung aus der Bevölkerung
Die Pläne stoßen in der Bevölkerung auf gemischte Reaktionen. Während viele Anwohner die Aufwertung begrüßen, kritisieren andere die langen Bauzeiten und die Einschränkungen während der Bauphase. Einige fordern zudem mehr Grünflächen statt neuer Bebauung. Das Bezirksamt betont jedoch, dass die Maßnahmen sorgfältig abgewogen seien und der Park nach Fertigstellung für alle nutzbar bleibe.
Der Baustart im Gutspark Neukladow markiert einen wichtigen Schritt für die touristische Entwicklung Spandaus. In den kommenden Monaten werden die Bauarbeiten am Gutshaus und im Park sichtbar voranschreiten. Die Hoffnung ist, dass der Park nach Abschluss der Arbeiten noch mehr Besucher anzieht und zur Identifikation der Spandauer mit ihrem Bezirk beiträgt.



