Das spektakuläre Wolkenkratzer-Projekt auf dem Areal des Großbordells „Artemis“ in Berlin-Halensee erhält erstmals politischen Zuspruch. Nach einer Präsentation in der jüngsten Sitzung des BVV-Stadtentwicklungsausschusses Charlottenburg-Wilmersdorf lobten CDU-Bezirksverordnete die „städtebauliche Eleganz“ und den „absolut richtigen Mut“ der Planer. Auch Johannes Heyne (parteilos, früher FDP) reagierte erfreut. Andere Ausschussmitglieder positionierten sich noch nicht.
Vision eines bis zu 224 Meter hohen „Messeturms“
Der Entwurf des Architekturbüros C.F. Møller Architects sieht einen bis zu 224 Meter hohen Turm vor, der das bestehende Bordell ersetzen soll. Das Projekt, das als „Messeturm“ bezeichnet wird, würde damit zu den höchsten Gebäuden Berlins zählen. Die Pläne waren zuvor von einem Expertengremium des Senats kritisch beurteilt worden, das unter anderem Bedenken hinsichtlich der städtebaulichen Integration und der Höhenentwicklung äußerte.
CDU-Bezirkspolitiker widersprechen Senatsgremium
Die positive Reaktion der CDU-Bezirksverordneten ist bemerkenswert, da sie damit der Einschätzung des Senatsgremiums widersprechen. Ein CDU-Politiker betonte: „Städtebaulicher Mut ist absolut richtig.“ Die Befürworter sehen in dem Wolkenkratzer eine Chance, das Gebiet um den Messegelände aufzuwerten und neue städtebauliche Akzente zu setzen. Das Artemis-Gelände liegt in unmittelbarer Nähe zur Messe Berlin und zum Funkturm.
Weitere Schritte und offene Fragen
Der BVV-Stadtentwicklungsausschuss wird sich voraussichtlich in den kommenden Wochen erneut mit dem Projekt befassen. Noch ist unklar, ob die Bezirksverordnetenversammlung eine offizielle Stellungnahme abgeben wird. Das Projekt muss zudem die Zustimmung des Senats und weiterer Gremien durchlaufen. Die Bauherren haben bislang keine konkreten Zeitpläne vorgelegt. Die Diskussion um den Wolkenkratzer zeigt die anhaltende Debatte über die Höhenentwicklung in Berlin, insbesondere in zentralen Lagen wie Halensee.



