NRW-Verkehrsminister Krischer kritisiert Bahn nach gescheiterter Sanierung in Wuppertal
Krischer: Ziel der Bahnsanierung in Wuppertal nicht erreicht

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) hat nach den fortwährenden Problemen auf der generalsanierten Bahnstrecke zwischen Köln, Wuppertal und Hagen Konsequenzen gefordert. In einem Brief an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) kritisierte Krischer, dass nach der gut fünfmonatigen Sperrung „weiterhin kein zuverlässiges Angebot besteht und damit die Akzeptanz des Verkehrsträgers Schiene leidet“. Dies sei eine „nicht hinnehmbare Entwicklung“.

Versprechen nicht eingehalten

Das mit der Sperrung verbundene Versprechen an die Fahrgäste sei gewesen, dass der Zugverkehr anschließend verlässlich und leistungsfähig sein werde – ohne Störungen und Verspätungen. „Dieses Versprechen hat die Bahn nicht eingelöst“, betonte Krischer. Die Kritik vieler Fahrgäste sei daher „sehr nachvollziehbar“, heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet.

Brückenschaden behindert Verkehr

Seit Anfang Februar war die stark befahrene Strecke in Nordrhein-Westfalen für knapp 800 Millionen Euro modernisiert worden. Am vergangenen Freitag wurden die Arbeiten offiziell beendet. Doch ausgerechnet am letzten Tag der Generalsanierung fiel auf, dass eine Brücke über die Wupper bei Leverkusen-Opladen marode ist. Deshalb konnte die Strecke nur eingleisig freigegeben werden. Seitdem fallen im Fern- und Regionalverkehr zahlreiche Züge aus oder werden umgeleitet.

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Weitere Störungen auf der Strecke

Auch auf anderen Abschnitten gibt es weiterhin Probleme: Am Dienstag sorgten mehrere Störungen an Signalen und Weichen in Wuppertal und Hagen immer wieder für Verspätungen auf der frisch sanierten Strecke. „Damit ist das Ziel der Generalsanierungen bislang nicht erreicht“, betonte Krischer.

Probleme auch bei anderen Sanierungen

Auch bei anderen Generalsanierungen ging das Konzept der Bahn zuletzt nicht voll auf. Auf den Strecken Hamburg–Berlin und Nürnberg–Regensburg musste die Sperrung jeweils um mehrere Wochen verlängert werden. Auf der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim ging die Zahl der Störungen nach der Sanierung nicht so stark zurück wie von der Bahn zuvor in Aussicht gestellt.

Krischer fordert Überarbeitung des Konzepts

Von Bundesverkehrsminister Schnieder forderte Krischer eine gründliche Aufarbeitung des Konzepts für die Generalsanierungen. „Monatelange Sperrungen sind an sich schon eine Zumutung für Fahrgäste und den Güterverkehr.“ Wenn der Zugverkehr trotzdem nicht verlässlich funktioniere, müsse das Konzept „konstruktiv-kritisch beleuchtet“ werden, um Lehren für die Zukunft zu ziehen.

Auch um die zögerliche Kommunikation durch die Bahn müsse sich Schnieder kümmern, forderte Krischer. So sei auch er zu Beginn der Sanierung im Februar von der Information überrascht worden, dass die störungsanfälligen Stellwerke zwischen Köln und Hagen bei der Generalsanierung komplett ausgeklammert wurden. Diese Stellwerke sollen nach Angaben der Bahn nun erst weit in den 2030er Jahren erneuert werden.

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